// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Evonik kündigt Abbau von 3.200 Stellen an
Der Chemiekonzern Evonik hat den Abbau von 3.200 Stellen angekündigt. Mehr als 2.000 davon sollen in Deutschland wegfallen. Gute Chancen für Wachstum sieht Evonik besonders außerhalb von Europa.
Der Spezialchemiekonzern Evonik wird angesichts der Branchenkrise seinen Umbau auch unter Interimschef Claus Rettig fortsetzen. "Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen", sagte Rettig nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat.
Ein wichtiger Bestandteil des Umbaus ist der Abbau von tausenden Jobs: Weltweit will das Unternehmen 3.200 Stellen streichen, davon 2.150 in Deutschland. Erstmals sollen nun auch Mitarbeiter mit Abfindungen dazu gebracht werden, den Konzern zu verlassen, bei dem es keine betriebsbedingten Kündigungen geben soll.
So werden frei werdende Stellen nicht nachbesetzt, Beschäftigte früher in den Ruhestand verabschiedet oder freiwillige Abgänge über Abfindungen vereinbart. Schon bis Ende 2026 fallen durch Spar- und Effizienzprogramme rund 2.800 Stellen weg.
Der Chemieverband VCI legt alarmierende Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor.
mehr
Außerdem will sich der Konzern von den Töchtern Oxeno und Syneqt mit rund 4.300 Beschäftigten trennen. "Wir sprechen bei Oxeno mit Investoren, im Falle Syneqts ist das noch nicht der Fall", sagte Rettig. "Aber es ist klar, dass es in beiden Fällen zum Verkauf kommen wird."
Bei Oxeno rechnet Rettig nach eigenen Angaben schon in diesem Jahr mit Ergebnissen. Bei Syneqt - die Tochter hat 3.500 Beschäftigte in Marl und Wesseling - "soll der Verkaufsprozess 2027 starten", kündigte er an.
Zudem soll das Produktportfolio nach Rollenprofilen geordnet werden, allen großen Standorten in Deutschland würden spezifische Aufgaben zugeteilt. "Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter teilen eine Überzeugung: Wir befinden uns in einer strukturellen und ökonomischen Krise unserer Industrie", sagte Übergangschef Rettig laut Mitteilung.
Marktbericht
29.07.2026
BASF hebt seine Gewinnziele an und will Aktien zurückkaufen - das kommt an der Börse gut an.
mehr