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Alle Freunde wissen, wo ich bin – immer eine gute Idee?
Das Teilen des Live-Standorts per Smartphone ist für viele Alltag. Doch was als praktisch und sicher gilt, birgt auch Risiken für die Privatsphäre.
Den Eltern nach einer langen Autofahrt eine Nachricht schicken, damit sie wissen, dass man gut angekommen ist? Unnötig, sie können es selbst sehen. Der Freundin erzählen, dass man gestern auf einem Konzert war? Unnötig, sie weiß es längst. Den Partner auf dem Heimweg von der Arbeit anrufen und fragen, ob man noch etwas einkaufen soll? Unnötig, er hätte in dem Fall längst selbst angerufen.
Viele Menschen teilen über ihr Smartphone ihren Live-Standort mit Familie und Freunden. Ein Blick aufs Display genügt, damit diese wissen, wo ihre Liebsten sich gerade aufhalten. Das hat viele Vorteile, birgt Fachleuten zufolge aber auch Risiken. Eine Annäherung in sechs Schritten:
Für viele Paare ist das laut einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom bereits Alltag. Demnach haben 14 Prozent der mehr als 1.400 Befragten bereits in einer Beziehung ihren Standort dauerhaft geteilt, unter den 16- bis 29-Jährigen sogar fast jede und jeder Vierte.
Als Gründe gaben diese vor allem an, dass es ihnen ein Gefühl der Sicherheit gebe und praktisch sei. Allerdings sagten auch 54 Prozent der Befragten, dass so etwas für sie nicht infrage komme.
Auch viele Eltern nutzen den Live-Standort vom Smartphone oder von Smartwatches mit Tracking-Funktionen, um zu sehen, wo ihre Kinder gerade sind. Eine Studie aus den USA legt nahe, dass nicht nur Eltern von jüngeren Kindern auf Tracking setzen. In der landesweiten Haushaltsbefragung der Universität Michigan gab etwa die Hälfte der Eltern an, dass sie ihre Kinder im Alter von 18 bis 25 Jahren übers Smartphone oder ein anderes technisches Gerät tracken – der Großteil sogar dauerhaft.
Viele der Eltern gaben an, dass sie sich dadurch beruhigt fühlten und im Notfall Bescheid wüssten. Manche erklärten, durch das Tracking besser einschätzen zu können, wann ein guter Zeitpunkt für einen Anruf ist – oder auch, dass man so auf dem Stand dazu bleibt, was der Sohn oder die Tochter so macht.
Seinen Live-Standort zu teilen, kann praktisch sein, etwa wenn man sich auf einem Musikfestival, einer Demonstration oder einer anderen Großveranstaltung mit Freunden treffen will. Statt ins Handy brüllen zu müssen, um die Lautstärke um einen herum zu übertönen, reicht ein Blick auf den Bildschirm.
Ebenso kann es in bestimmten Situationen für mehr Sicherheit sorgen – oder zumindest das Sicherheitsgefühl erhöhen. Zum Beispiel auf einer schwierigen Bergtour, wenn man nachts alleine von einer Party nach Hause geht oder sich zum ersten Mal mit einer Online-Bekanntschaft trifft.
Vertraute Personen könnten dann schnell handeln, wenn man sich nicht wie gewöhnlich verhalte oder in Schwierigkeiten gerate, schreibt die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes auf einer Ratgeberseite im Internet für mehr Sicherheit im öffentlichen Raum.