// HEISE ONLINE — MONDO
Meta VR Glasses ausprobiert: Was kann die ultraleichte VR-Brille?
Die Meta VR Glasses sollen den VR-Markt wieder in Schwung bringen und neue Nutzerschichten erschließen. Hat die ultraleichte VR-Brille das Zeug dazu?
Meta VR Glasses mit kabelgebundenem Puck, der die Recheneinheit, den Akku und den Massenspeicher enthält.
Virtual Reality hat ein schwieriges Jahr. Meta Platforms hat seine VR-Investitionen empfindlich gedrosselt und damit einen Schock in der Branche ausgelöst. Zahlreiche kleine und große VR-Studios haben geschlossen oder großen Teilen ihrer Belegschaft gekündigt.
Trotz dieser Kurskorrektur steckt Meta weiterhin Geld in Virtual Reality, insbesondere in neue Hardware. Berichten zufolge ist eine neue Meta Quest für das angestammte Gaming-Publikum sowie eine kompakte Premium-VR-Brille in Entwicklung, mit der Meta medienaffine Nutzer für VR begeistern will.
Letztere wurde in der Nacht auf Donnerstag vorgestellt und hört auf den Namen Meta VR Glasses. Sie kostet 1299 US-Dollar in den USA und soll im Frühjahr 2027 in allen Quest-Märkten, also auch Deutschland, erscheinen. Wir haben sie bei einer Meta-Veranstaltung in London ausprobiert.
Schon beim ersten Anfassen wird der größte Unterschied zu Schwergewichten wie Meta Quest 3 oder Apple Vision Pro deutlich: Die Meta VR Glasses sind klein, liegen leicht in der Hand und lassen sich fast wie eine normale Brille auf- und absetzen. Das macht sie alltagstauglicher, mobiler und sozialverträglicher als bisherige Geräte. Aufgrund des veränderten Formfaktors können wir uns eher vorstellen, die Meta VR Glasses auf Reisen mitzunehmen und im Zug oder Flugzeug zu nutzen als herkömmliche VR-Brillen.
Die kompaktere Bauform und das geringere Gewicht gehen allerdings mit Kompromissen einher: Die Linsen sind kleiner, wodurch das Sichtfeld schmaler ausfällt, als man es sich von modernen VR-Brillen gewohnt ist. Dieser Eindruck wird in der Passthrough-Ansicht und in Mixed-Reality-Anwendungen dadurch abgemildert, dass das periphere Sichtfeld aufgrund der offenen Bauweise der VR-Brille unverstellt bleibt. Etwas überrascht hat uns die Qualität des Passthrough, das sich gegenüber der Meta Quest 3 nur wenig zu verbessern haben scheint. Ein längerer Test unter weniger kontrollierten Bedingungen muss zeigen, ob sich dieser erste Eindruck bestätigt.
Gut gefallen hat uns, dass sich die Linsen von Hand verschieben und asymmetrisch einstellen lassen für ein klareres Bild. Letzteres hat Mehrwert, weil bei vielen Menschen die Augen nicht exakt gleich weit von der Gesichtsmitte entfernt liegen.
Die neuen Micro-OLED-Displays sind vor allem durch ihren höheren Kontrast aufgefallen. Anders als bei Quest-Headsets wirken dunkle Inhalte in Spielen und Filmen tatsächlich schwarz statt grau. Die HDR-Darstellung und kräftigere Farben, die das Headset bieten soll, sind hingegen kaum ins Gewicht gefallen. Das könnte aber am vorgeführten Material gelegen haben.
Gezeigt wurden uns erstaunlich wenige neue Anwendungsfälle, dafür vieles, was VR-Enthusiasten seit Jahren kennen: 3D-Filme und Xbox-Cloud-Gaming auf einer großen virtuellen Leinwand, eine immersive Sportübertragung aus der ersten Zuschauerreihe sowie Produktivitätsanwendungen.