// EUROGAMER.DE — GAMING
Destiny 2: Content kehrt zurück, doch regelmäßige Updates bleiben Geschichte
Bungie bringt Raids und Kampagnen aus der Vault gratis zurück, stellt aber klar: Der Live-Service für das MMO ist endgültig vorbei.
Nachdem Bungie das Ende der Entwicklung von Destiny 2 angekündigt und fast das gesamte Team des Spiels entlassen hat, überraschte das Studio die Fans Anfang dieser Woche mit einer Nachricht: Entwickler arbeiten daran, Kampagnen, Raids und Zielorte aus Destiny 2 wieder aus der Content-Vault zu holen – sie kehren also ins Spiel zurück, nachdem sie zuvor entfernt wurden. Damals nannte Bungie kaum Details, doch nun gibt es neue Informationen darüber, was uns erwartet.
Die Angaben stammen aus einem Bericht von Forbes, in dem Reporter Paul Tassi mithilfe von Insider-Quellen bei Bungie versucht, die verbleibenden Fragen zu beantworten. Laut Tassi werden alle zurückgebrachten Inhalte für alle Spieler kostenlos verfügbar sein – selbst für diejenigen, die sie ursprünglich nicht besessen haben. Wie Tassi anmerkt, waren viele dieser Inhalte ohnehin bereits Free-to-Play, bevor sie aus dem Spiel flogen.
Bungie führte die Destiny Content Vault (DCV) im Jahr 2020 ein, um ältere Kampagnen, Zielorte und Raids aus dem Spiel zu entfernen. Ziel war es, die technische Komplexität und Speichergröße des MMOs zu reduzieren sowie die Wartung für neue Erweiterungen zu erleichtern.
Doch auch wenn Kampagnen, Raids und Zielorte zurückkehren: Die dazugehörigen Live-Service-Seasons schaffen es nicht zurück ins Spiel. Das war allerdings zu erwarten, schließlich sind Seasons von Natur aus temporär angelegt. Im Fall von Destiny 2 enthielten einige dieser Seasons jedoch wichtige Story-Ergänzungen, die spätere Erweiterungen vorbereiteten. Daher könnten nun einige Lücken in der Handlung entstehen.
Auch saisonale Events feiern kein Comeback – unter anderem deshalb, weil die damals eingeführten Waffen bereits im Spiel enthalten sind. Wie Tassi anmerkt, würden sich viele Spieler zwar einen regelmäßigen Wechsel der Event-Inhalte wünschen, doch dafür bräuchte es ein Live-Ops-Team für Destiny 2, das schlicht nicht mehr existiert.
Gleiches gilt für die spezifischen Aktivitäten, die mit manchen Seasons ihren Weg ins Spiel fanden. Laut dem Bericht deutet derzeit nichts auf ihre Rückkehr hin. Tassi schließt jedoch nicht aus, dass einige davon irgendwann als eigenständige Aktivitäten zurückkehren könnten. Zudem sollte man wohl nicht erwarten, dass jede Map für Strikes, den Schmelztiegel oder Gambit ihr Comeback feiert. Die Chancen stehen allerdings für solche Strikes besser, die eng mit der Handlung verknüpft sind und somit als Teil der Story gelten.
Der Bericht bestätigt letztlich das, was viele nach Bungies Ankündigung bereits vermutet hatten: Das Unvaulting bedeutet keineswegs, dass das Studio zur regulären Entwicklung von Destiny 2 zurückkehrt. Bis zum Comeback der Inhalte wird es keine weiteren Patches mehr geben – abgesehen von Updates, die schwerwiegende Bugs beheben, ganz wie ursprünglich geplant.
"Monument of Triumph markierte tatsächlich das Ende des Live-Service von Destiny 2", schreibt Tassi. "Wie ihr euch vielleicht erinnert, wurde fast das gesamte Führungsteam von Destiny entlassen."
Wann genau das Unvaulting ansteht, konnte Tassi nicht mit Sicherheit sagen, seine Vermutung lautet jedoch "irgendwann im nächsten Jahr". Bis dahin dürfte es an der Destiny-2-Front erst einmal wieder ruhig werden – auch wenn uns im Dezember ein großes Marathon-Update bevorsteht.