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Ace Combat 8: Wings of Theve im Test: Eine Erinnerung daran, warum wir Videospiele lieben
Der neue Teil der traditionsreichen Ace-Combat-Reihe verbindet kunstvoll klassisches Gameplay mit modernstem Action-Spektakel.
Bevor ich euch erkläre, warum Ace Combat 8: Wings of Theve eines meiner Lieblingsspiele dieses Jahres ist, stehen Hausaufgaben an. Ich hoffe, ihr habt in Strangereal-Erdkunde aufgepasst, denn wer hier auch nur ein wenig durchblicken will, wer gerade auf wen schießt, muss mit dieser alternativen Version unseres Universums intim vertraut sein.
Der neunte Hauptteil der legendären Arcade-Flugaction-Reihe von Entwickler Project Aces und Publisher Bandai Namco. Das Spiel erscheint am 1. Oktober 2026 auf PS5, PC und Xbox Series.
In mittlerweile neun Hauptteilen bekriegten sich bereits alle möglichen Länder mit seltsamen, oft mutwillig homophon wirkenden Namen. Wenn einem all diese Bündnisse und Fraktionen im Funkverkehr-Dauerfeuer eines Einsatzes durch die Ohren gepustet werden, wird es schwierig: Während man gleichzeitig versucht, seine Ziele zu priorisieren, die sich entfaltenden zwischenmenschlichen Dramen nachzufühlen und nicht vom Himmel zu fallen, versteht man schnell so gut wie gar nichts mehr, wenn man schon über grundlegende Begrifflichkeiten stolpert. Deshalb hier ein kleiner Überblick als Starthilfe, denn spielen sollte man diesen Triumph von einem Flug-Action-Spiel auf jeden Fall.
Also: Auf der Strangereal-Erde gibt es vier bewohnte Kontinente: Osea (Nord und Süd), Usea, Verusa und Anea. Auf Osea dominiert die amerikanisch gelesene Supermacht der Osean Federation. Sie und ihre Nachbarn liegen oft mit dem militaristischen Belka im Norden Oseas im Clinch. Usea teilen sich Erusea und die Federation of Central Usea mit dem Pufferstaat San Salvacion dazwischen, während auf Verusa Yuktobania und Sotoa tonangebend sind. Auf Anea findet man unterdessen Emmeria, Estovakia und Nordennavic. In Ace Combat 8 greift das in dieser Serie bislang unbescholtene Sotoa die FCU an, für die ihr als offensiv vermarktetes Social-Media-Phänomen “Wings of Theve” ins Cockpit steigt.
AC8 hat in Sachen Handlung mal wieder eine Menge guter Ideen, die es wortreich darbringt. Für mich entstand dieses Mal in erster Linie ein sympathisches Themenkonvolut, das mit den Mitteln der “Top-Gun”-Fliegerphilosophie wie so oft viel über Propaganda und Einflussnahme der Militärindustrie auf politische Konflikte sagen will, aber nicht vollends verfängt. Abseits einiger schöner Charaktermomente war mir nie komplett klar, worum es Project Aces in Ace Combat 8 so wirklich ging. Möglich, dass da einiges in der Übersetzung aus dem Japanischen verloren ging, anderes im kompletten sensorischen Overload. Vielleicht fördert ein zweiter Durchlauf durch die 30 Missionen lange Handlung es zutage.
Wie gesagt: Es konnte nicht anders kommen, wenn so viel von der Geschichte mitten im Gefecht passiert, während nebenbei der Geist eines verstorbenen Copiloten ohne weitere Erklärung euren inneren Monolog kapert (ja, wirklich!). Trotzdem schafft Ace Combat wie immer etwas ganz Besonderes. Als Redaktionslinker müsste sich mir bei dieser Romantisierung fliegender (und von echten Rüstungskonzernen lizenzierter) Kriegsmaschinerie eigentlich alles sträuben. Aber Project Aces gelingt mithilfe des Strangereal eine fast vollständige ideologische Sterilisation, anstatt wie Call of Duty und Konsorten vorkolorierte Feindbilder am Leben zu halten und diese nur notdürftig ein wenig zu schattieren. Ace Combat schüttelt auf diese Weise den Ballast unserer Welt schon vor dem Start ab, wodurch die Moral und Philosophie von Krieg an sich in den Vordergrund treten. Im Grunde genial.
Der Rest ist eben Ace Combat, wie man es kennt und liebt, nur eben mit einem umfassenden technologischen Upgrade. Das spendiert dem Titel Wolken, bei denen man anfängt, sich Sorgen um die Luftfeuchtigkeit in seinem Bildschirm zu machen. Die müssen doch echt sein! Und dann fliegt man rein und der Niederschlag prasselt gegen die mit mikrofeinen Kratzern das Licht brechende Cockpitverglasung. Erst