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Build A Rocket Boy: MindsEye-Studio von GTA-Veteran meldet nach massivem Flop Insolvenz an
Nach dem katastrophalen Launch des Shooters und mehreren Entlassungswellen ist das von Leslie Benzies gegründete Entwicklerteam nun offiziell zahlungsunfähig.
Vergangene Woche machten Berichte über erneute Entlassungen bei Build A Rocket Boy die Runde – dem gebeutelten Studio hinter dem gefloppten 2025er Shooter MindsEye. Kurz nach diesen Meldungen hat das Unternehmen nun Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte die Studioführung immer wieder versucht, die eigenen Probleme auf angebliche "Saboteure" zu schieben.
Build A Rocket Boy wurde 2016 vom GTA-Veteranen Leslie Benzies gegründet. Das erste Projekt des Studios, Everywhere, wurde 2022 angekündigt. Everywhere war als Plattform für nutzergenerierte Inhalte geplant und versprach zu revolutionieren, "wie Spieler sich untereinander und mit der digitalen Welt um sie herum verbinden". Im Laufe der Entwicklung wuchs MindsEye – ursprünglich nur ein Bestandteil von Everywhere – jedoch zu einem eigenständigen "AAA"-Spiel heran und kam schließlich im vergangenen Juni auf den Markt.
Der Schotte war über 15 Jahre lang Präsident von Rockstar North. Als Chef-Produzent formte er legendäre Meilensteine wie GTA 3, Vice City, San Andreas und GTA 5 maßgeblich mit. Nach einem erbitterten Rechtsstreit verließ er Rockstar und gründete 2016 Build A Rocket Boy.
Zum Launch kassierte das Spiel jedoch vernichtende Kritiken von Presse und Community. Studio-CEO und CTO Mark Gerhard bezeichnete die Veröffentlichung später selbst als "ohne Zweifel den schlimmsten Launch der Geschichte". Kurz nach dem Verkaufsstart von MindsEye begannen die ersten Entlassungswellen, weitere Kündigungen folgten Anfang dieses Jahres. Gerhard machte dafür erneut "organisierte Spionage und Unternehmenssabotage" verantwortlich. An diesem Narrativ hielt er immer wieder fest. Selbst als er dem Titel im Juni weitere Unterstützung versprach, beharrte er darauf: "Hier waren Saboteure am Werk, die gezielt ein negatives Bild unseres Produkts zeichnen wollten."
Trotz Gerhards Beteuerungen bezüglich der Zukunft von MindsEye machten vergangene Woche Berichte über weitere Kündigungen bei Build A Rocket Boy die Runde. Das Studio stehe kurz vor dem Aus. Nur eine Woche später hat Build A Rocket Boy beim britischen Handelsregister (Companies House) offiziell Insolvenz angemeldet. Der Antrag ist aktuell noch nicht öffentlich einsehbar, das Studio bestätigte gegenüber GamesIndustry.biz jedoch bereits, dass die Opus Advisory Group als Insolvenzverwalter eingesetzt wurde.
Wie auf der Website des Companies House erläutert wird, steht ein Unternehmen unter Insolvenzverwaltung unter gesetzlichem Vollstreckungsschutz. Das schützt die Firma vor Gläubigerzugriffen, während man versucht, das Unternehmen als Fortbetrieb zu retten. Sollte eine Sanierung nicht mehr möglich sein, besteht das Ziel des Insolvenzverwalters darin, "einen besseren Ertrag für die Gläubiger zu erzielen, als es bei einer unmittelbaren Abwicklung des Unternehmens der Fall wäre".
Wie GamesIndustry anmerkt, verbuchte Build A Rocket Boy für das am 30. September endende Geschäftsjahr einen Betriebsverlust von 47,5 Millionen Pfund (ca. 55,2 Millionen Euro) sowie einen Nettoverlust von 36,2 Millionen Pfund (ca. 42 Millionen Euro). Zu diesem Zeitpunkt stand das Studio bei Gläubigern mit 61,8 Millionen Pfund (ca. 71,8 Millionen Pfund) im Kreide.