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Lebensmittelpreise: Droht die nächste Inflationswelle?
An den Rohstoffbörsen steigen die Preise für Weizen, Mais und Zucker kräftig - im deutschen Supermarkt ist davon bislang kaum etwas angekommen. Doch Experten warnen: Das ist nur eine Frage der Zeit.
Erst wird das Tanken teurer - und jetzt droht auch bei Lebensmitteln die nächste Preiswelle. An den Rohstoffbörsen sind die Preise wichtiger Agrargüter zuletzt deutlich gestiegen. Weizen ist so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr - seit Jahresbeginn liegt der Preis rund 40 Prozent im Plus. Auch Mais, Zucker und Reis haben kräftig zugelegt.
Die Preisrally bei Agrarrohstoffen beschleunigte sich zuletzt spürbar: Vor allem im August ging es kräftig nach oben. Zucker legte laut der Finanzdatenbank LSEG im vergangenen Monat um knapp 31 Prozent zu, Weizen um 20 Prozent. Zum Vergleich: Der US-Technologieindex Nasdaq 100 schaffte es nur auf ein Plus von 4,1 Prozent, der DAX gewann 3,7 Prozent.
Ein Grund für die steigenden Preise bei Agrargütern sind zunehmende Wetterextreme: "Gerade in diesem Sommer war die Hitzetrockenheit in vielen wichtigen Anbaugebieten schon sehr signifikant - in Europa, aber auch in den USA", sagt Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.
Hinzu kommt die jüngste Eskalation im Schwarzen Meer: Nach Angriffen auf Häfen und Schiffe ist dieser zentrale Exportweg für Russland und die Ukraine stark beeinträchtigt. Dabei spielt das Schwarze Meer für den globalen Weizenhandel Experten zufolge eine ähnliche Schlüsselrolle wie die Straße von Hormus für den Ölhandel.
"Russland und die Ukraine stellen zusammen mehr als ein Viertel der weltweiten Weizenexporte. Das ist schon ein recht großer Batzen, der dann fehlt", betont Fritsch.
Reportage
08.09.2026
Angriffe Russlands bringen die ukrainische Schifffahrt auf dem Schwarzen Meer nahezu zum Erliegen.
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Auch am Maismarkt ist die Lage deutlich angespannt: Nach den jüngsten Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums USDA dürfte der weltweite Maisverbrauch 2026/27 die Produktion um fast 30 Millionen Tonnen übersteigen - es wäre das größte Defizit seit mehr als drei Jahrzehnten.
Ein wichtiger Grund sind Wetterextreme - davon betroffen sind auch Europas zentrale Maisanbaugebiete in Ungarn und Rumänien. Dort haben Hitze und Dürre in diesem Sommer die Maisernte stark geschädigt. Die EU-Kommission rechnet für 2026 nur mit rund 50,1 Millionen Tonnen Mais - nahezu ein 20-Jahres-Tief.