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Raspberry-Pi-Hersteller profitiert massiv von Speicherkrise
Der Raspi-Hersteller verdreifacht seinen Nettogewinn. Gleichzeitig sind die verkauften Stückzahlen aber nur um 17 Prozent gestiegen.
Die gestiegenen Preise für Raspberry-Pi-Boards spiegeln sich in den Geschäftszahlen des Herstellers wider: Im ersten Halbjahr 2026 ist der Nettogewinn um 217 Prozent auf 17,1 Millionen US-Dollar gestiegen. Der Umsatz wächst im gleichen Zeitraum um 90 Prozent auf 257 Millionen US-Dollar.
Dabei sind die Stückzahlen im Vergleich nur moderat gestiegen: Die Raspberry Pi Holdings Plc. nennt in ihrem Halbjahresbericht 4,2 Millionen verkaufte Boards, ein Plus von 17 Prozent im Jahresvergleich. Die Zahl umfasst alle Raspi-Einplatinencomputer wie den Raspberry Pi 5 und die günstigen Zero-Boards, alle Compute Modules sowie fertige Mikrocontroller-Platinen wie den Pico.
Laut eigenen Angaben ist der durchschnittliche Bruttogewinn pro Board im Jahresvergleich um 53 Prozent auf 12,2 US-Dollar gestiegen. Den Gesamt-Bruttogewinn beziffert das Unternehmen auf 59,4 Millionen US-Dollar (+79 Prozent). Die Bruttomarge sank allerdings von 25 auf 23 Prozent, weil das Wachstum des Bruttogewinns nicht ganz an die Umsatzsteigerung heranreicht.
Außerdem nennt die Firma vier Millionen verkaufte Mikrocontroller wie den RP2040, elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings umfasst das auch die Stückzahlen für die eigenen Pico-Boards, weshalb sich die 4,2 Millionen und 4,0 Millionen nicht einfach aufaddieren lassen.
Das Wachstum kommt hauptsächlich von den 5er- und 4er-Raspis, deren Verkaufszahlen um 47 beziehungsweise 69 Prozent gestiegen sind. Absolute Zahlen nennt der Hersteller nicht. Die Verkäufe der Zero-Boards sind aufgrund von Engpässen bei einem taiwanischen Packaging-Dienstleister für den Hauptchip um neun Prozent gesunken.
Der Raspi-Hersteller hat seit Ende 2025 mehrmals die Preise angehoben, laut eigenen Angaben aufgrund höherer Speicherpreise. Dank vorhandener Lagerbestände führt das zu einem hohen Gewinn. Aktuell kostet etwa ein Raspberry Pi 5 mit 8 GByte RAM mindestens 185 Euro. Vor einem Jahr lag er bei weniger als der Hälfte.
Raspi-Chef Eben Upton sagt dazu: „Die im Geschäftsjahr 2025 getroffene Entscheidung, einen umfangreichen strategischen Speicherbestand aufzubauen, hat es uns ermöglicht, die Produktverfügbarkeit aufrechtzuerhalten, während kleinere Wettbewerber Schwierigkeiten hatten, sich Zuteilungen zu sichern. Mit einem beträchtlichen Auftragsbestand, wachsenden Produktionskapazitäten und einer starken Pipeline an OEM-Geschäftsmöglichkeiten ist Raspberry Pi gut positioniert, um im Jahr 2027 und darüber hinaus ein rasantes Wachstum bei den Stückzahlen zu erzielen.“
Stand 30. Juni 2026 hat die Raspberry Pi Plc. ihre Lagerbestände auf 2,4 Millionen LPDDR4-Speicherbausteine für 4er- und 5er-Raspis ausgebaut. Das entspricht rund 5,8 Millionen GByte RAM. Der durchschnittliche Preis soll bei 13,30 US-Dollar pro GByte gelegen haben. Der Hersteller vergleicht das mit Ende 2025: Bei einem Lagerbestand von 4,4 Millionen GByte RAM soll der Durchschnittspreis damals noch bei 3,60 US-Dollar pro GByte gelegen haben. Der Vorteil durch günstige Lagerbestände schmilzt folglich.
Im Juli und August hat das Unternehmen die Lagerbestände weiter erheblich gesteigert, auf nunmehr 8,3 Millionen GByte LPDDR4-RAM. Die Lagerbestände und bestätigten Aufträge sollen den Bedarf für das restliche Jahr abdecken. Bis zum Jahresende will der Hersteller zudem genug LPDDR4-Speicher kaufen, um die Nachfrage der ersten zwei bis drei Monate des Jahres 2027 abzudecken.