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Frankreichs Designer-Nachwuchs geht neue Wege
Eine Stadt wird zum Laufsteg: Die Paris Fashion Week startet. Berühmte Designer zeigen ihre neuesten Kollektionen - doch was macht eigentlich der französische Mode-Nachwuchs?
Alle Stühle sind besetzt, viele der hippen, jungen Zuhörer lehnen an den unverputzten Wänden, manche setzen sich einfach gleich auf den Boden: Der kleine Raum der Galerie Wilde im Pariser Trendviertel Marais ist komplett voll. Die Gäste sind alle für die Talks gekommen, die heute stattfinden.
Der zweite heißt "Das hybride Kunstwerk: den Körper neu denken, Material zum Leben erwecken". Auf der Bühne sitzen ein junger Modehistoriker, die Moderatorin und drei Modedesigner, die in der Galerie Wilde die ganze Woche ihre Projekte ausstellen.
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Eine davon ist Louise Courcol. Nach dem Talk steht sie vor den Kleidungsstücken, die sie ausstellt: Oberteile, Röcke und Kleider aus Wolle, in gedeckten Farben. Ein salbeifarbenes Kleid sieht aus, als würde es Blasen schlagen. Ein graues, fast durchsichtiges Top erinnert an einen Brustpanzer.
Courcol schafft diese Formen durch Wollschrumpfung - die viele wohl vom zu heißen Wäschewaschen kennen. "Wie können wir Prozesse, die immer noch als Fehler gelten, nutzen, um neue Formen zu schaffen?", erklärt Courcol ihren Ansatz.
"Und weil man bisher sagt, das sind Fehler, habe ich selbst natürlich total viele Fehler gemacht." Die junge Frau lacht. "Jetzt weiß ich mittlerweile, was ich beachten muss und wie das Material reagiert. Aber man muss schon sehr viel beachten."
Für ihre Mode-Kreationen wendet Louise Courcol die Technik der Wollschrumpfung an.
Entstanden sind die Kleidungsstücke im Rahmen des neuen, einjährigen Förderprogramms "Tremplin", auf Deutsch "Sprungbrett". Gefördert werden ungewöhnliche, nachhaltige oder zukunftsweisende Ansätze. All das trifft auf Louise Courcols Wollschrumpfung zu.