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Pentagon will 30 Millionen Dollar für KI-Lügendetektor ausgeben
Das US-Verteidigungsministerium will in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Dollar für einen KI-Lügendetektor ausgeben. Forscher zweifeln an dem Konzept.
Das US-Verteidigungsministerium will die klassische Polygraphentechnik, die zur Erkennung von Lügen eingesetzt wird, mit künstlicher Intelligenz aufrüsten. Wie MIT Technology Review berichtet, beantragt die Defense Counterintelligence and Security Agency (DCSA) insgesamt rund 30,3 Millionen US-Dollar über fünf Jahre für ein Programm namens Polygraph Next – auch als Polygraph+ bezeichnet. Der Kongress muss den Antrag noch genehmigen.
Das Programm soll laut dem Haushaltsentwurf des Verteidigungsministeriums die staatlichen Polygraphen- und Glaubwürdigkeitsbewertungstechnologien modernisieren und deren Genauigkeit und Zuverlässigkeit verbessern. Zum Einsatz kommen sollen Scoring-Algorithmen auf Basis maschinellen Lernens sowie sogenanntes Standoff-Sensing – also die Erfassung physiologischer Daten ohne am Körper befestigte Sensoren. Die Lügen-Erkennungstechnik kommt laut Recherchen der MIT Technology Review beim Pentagon vor allem bei Personalüberprüfungen und der Erkennung sogenannter Insider-Bedrohungen zum Einsatz. Dabei geht es zum einen um Überprüfungen bei Neueinstellungen, aber auch um das Aufspüren von Personen, die Informationen aus dem Pentagon nach außen geleakt haben.
Die Polygraphentechnik hat sich in ihren Grundzügen seit den 1920er-Jahren kaum verändert. Klassische Geräte messen Blutdruck, Puls, Atmung und Hautleitfähigkeit. Prüfer vergleichen währenddessen die physiologischen Reaktionen auf Kontrollfragen wie „Ist der Himmel blau?“ mit Reaktionen auf die echten Fragen. Ob die Technik funktioniert, ist jedoch umstritten – auch weil sie mit passenden Tricks manipuliert werden kann.
Ob das jetzt durch den Einsatz von KI besser wird, bezweifeln verschiedene Forscher im Interview mit dem MIT Technology Review. Es bestehe zwar die Möglichkeit, dass KI in den Daten Muster im Verhalten von Lügnern findet, die Menschen bisher übersehen haben. Doch zumindest bei den bereits bestehenden Datensätzen wisse man nicht, welche tatsächlich eine Lüge enthalten und welche ein falscher Alarm waren, so die Kritik. Die KI könne also nicht wissen, in welchen Datensätzen sie nach Mustern suchen muss.
Welche konkreten Technologien für den kontaktlosen Scan in Polygraph Next einfließen werden, ließ die DCSA offen. Hinweise liefert höchstens ein Prototypenprojekt der Defense Innovation Unit (DIU) aus dem Jahr 2023. Damals wählte die Behörde zwei Technologien für das Projekt aus: einmal das Erfassen von Herz- und Atemfrequenz mit handelsüblichen Kameras und einmal die Erfassung von Kopfbewegungen, Gesichtshauttemperatur und Porenaktivität.
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