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Depression rund um die Schwangerschaft mit Förderbedarf beim Kind verknüpft
Eine große walisische Kohortenstudie zeigt einen Zusammenhang zwischen mütterlicher Depression rund um die Schwangerschaft und späterem besonderem Förderbedarf der Kinder. Antidepressiva waren ebenfalls mit höheren Raten verknüpft. Bei bereits diagnostizierter Depression fiel der zusätzliche Unterschied jedoch klein aus, und die Forscher können nicht ausschließen, dass vor allem die Schwere der Erkrankung dahintersteckt.
Glasgow (Schottland). Depressionen rund um die Schwangerschaft können Mutter und Kind belasten. Zugleich ist seit Jahren umstritten, ob Antidepressiva die kindliche Neuroentwicklung zusätzlich beeinflussen oder ob beobachtete Zusammenhänge vor allem auf die zugrunde liegende Erkrankung und andere gemeinsame Risikofaktoren zurückgehen.
Für Therapieentscheidungen ist diese Trennung entscheidend, weil ein möglicher Medikamenteneffekt gegen die Risiken einer unbehandelten Depression abgewogen werden muss und Beobachtungsstudien beide Einflüsse nur begrenzt auseinanderhalten können.
Forscher der University of Glasgow (UofG) um Dr. Saraid McIlvride haben nun Gesundheits- und Bildungsdaten von 167.447 Kindern verknüpft, die zwischen 2009 und 2016 in Wales geboren und bis 2022 verfolgt wurden. Als Depression galt eine entsprechende Diagnose in den zwei Jahren vor der Entbindung, während eine Antidepressiva-Exposition mindestens eine Verschreibung während der Schwangerschaft oder bis zu einem Monat vor der Empfängnis voraussetzte.
Das Team untersuchte anschließend, wie häufig ein besonderer schulischer Förderbedarf erfasst wurde, zu dem unter anderem Lern- und Kommunikationsschwierigkeiten, Verhaltens-, emotionale und soziale Probleme sowie Autismus-Spektrum-Störungen zählten. ADHS wurde zusätzlich anhand von Schul-, Diagnose- und Verordnungsdaten ausgewertet, während die Analysen unter anderem Alter, Rauchen, soziale Benachteiligung, ethnische Zugehörigkeit und weitere mütterliche sowie kindliche Merkmale berücksichtigten.
Bei Kindern ohne erfasste Depression der Mutter und ohne Antidepressiva lag die modellierte Wahrscheinlichkeit für einen besonderen Förderbedarf bei 20,0 Fällen pro 100 Kinder. Bei einer erfassten, unbehandelten Depression waren es 23,6 pro 100, bei einer mit Antidepressiva behandelten Depression 26,5 pro 100.
Innerhalb der Gruppe mit Depression entsprach die Antidepressiva-Exposition damit 2,9 zusätzlichen Fällen pro 100 Kinder gegenüber einer unbehandelten Depression. Bei Kindern ohne dokumentierte Depression, aber mit Antidepressiva-Exposition, betrug der Unterschied 6,3 zusätzliche Fälle pro 100. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass in dieser Gruppe Depressionen oder Angststörungen teilweise nicht in den verwendeten Gesundheitsdaten erfasst worden sein könnten.
Auch für Autismus-Spektrum-Störungen und ADHS zeigten die statistischen Modelle Zusammenhänge mit Antidepressiva, doch beim direkten Vergleich von behandelter und unbehandelter Depression ergaben sich für diese beiden Diagnosen keine signifikanten zusätzlichen absoluten Risiken. Deutlichere Unterschiede zeigten sich vor allem bei Lernschwierigkeiten sowie Verhaltens-, emotionalen und sozialen Problemen.
Die Studie kann nicht klären, ob Antidepressiva selbst einen Teil des beobachteten Zusatzrisikos verursachen, denn vor allem fehlten Angaben zur Schwere der Depression. Frauen mit schwereren Erkrankungen erhalten häufiger Medikamente, sodass die Behandlung zugleich ein Marker für eine stärkere Belastung sein kann. Hinzu kommen mögliche nicht erfasste Einflussfaktoren wie Alkohol- oder Drogenkonsum, Depressionen nach der Geburt, väterliche Depression und familiäre Veranlagungen.
Zwischen den häufigeren Antidepressiva-Klassen fanden die Forscher insgesamt keine klaren Unterschiede. Für trizyklische Antidepressiva und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer zeigten sich zwar größere Risikodifferenzen zwischen behandelter und unbehandelter Depression, doch die Fallzahlen waren klein und auch hier könnte die Krankheitsschwere