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EU-Verbraucherschutz: Ermittlungen gegen neun Gaming-Riesen wegen In-Game-Währungen
von Carsten Knobloch
30. Sep. 2026 |
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Das Netzwerk für die Zusammenarbeit im Verbraucherschutz (CPC) macht gemeinsam mit der Europäischen Kommission ernst: Auf EU-Ebene wurden nämlich koordinierte Maßnahmen gegen neun große Videospielunternehmen eingeleitet. Der Vorwurf im Kern: Intransparente Praktiken rund um In-Game-Währungen und mangelnder Schutz von Spieler- und Verbraucherrechten.
Bereits 2025 hatte das CPC-Netzwerk den Dialog mit der Spielebranche gesucht, um faire Leitlinien für virtuelle Währungen zu etablieren. Da die Gespräche laut den Behörden eher so mittelgut waren, folgte eine Marktprüfung. Das Resultat sind nun offizielle Untersuchungen gegen neun Publisher und deren Titel:
- Crytek (Hunt: Showdown 1896, in der maschinellen Übersetzung der EU kurios als „Jagd: Showdown“ gelistet)
- InnoGames (Forge of Empires)
- King.com (Candy Crush Saga)
- Mojang (Minecraft)
- Plarium Europe (Mech Arena)
- PLR Worldwide Sales (Gardenscapes)
- Riot Games (Valorant)
- Supercell (Clash of Clans)
- Ubisoft (For Honor)
Die Verbraucherschützer pochen auf konkrete Grundsätze, die in vielen Free-to-play- und Live-Service-Titeln seit Jahren für Frust sorgen. Allen voran geht es um transparente Echtgeldpreise: Spieler sollen direkt sehen, was ein Gegenstand oder ein Währungspaket in echtem Geld kostet, anstatt Preise hinter mehreren Zwischenwährungen oder komplexen Tauschmechaniken zu verschleiern.
Zudem kritisiert die Behörde künstliche Verknappungen oder Paketgrößen, die Spieler dazu drängen, weit mehr virtuelle Taler zu kaufen, als für das gewünschte Item eigentlich nötig wären. Kennen sicher viele von ihren Kids, die dann gern zum nächstgrößeren Paket greifen. ABER BONI, ABER SKINS, ABER DIES DAS...
- Transparente Vorab-Infos: Verständliche Angaben zu Inhalten und Kosten vor dem eigentlichen Kauf.
- Widerrufsrecht: Einhaltung der 14-tägigen Rücktrittsfrist, ausdrücklich auch bei ungenutzter virtueller Währung.
- Faire AGB: Klare, verständliche Vertragsbedingungen ohne Benachteiligung der Nutzer.
- Jugendschutz: Besserer Schutz für Kinder und Jugendliche vor Kostenfallen und manipulativem Spieldesign.
Parallel dazu läuft übrigens eine gesonderte Maßnahme gegen Activision Blizzard. Hier knöpfen sich die Verbraucherschützer die Mobil-Ableger Diablo Immortal und Call of Duty: Mobile vor.
Gegenstand der dortigen Prüfung sind neben dem Verkauf virtueller Währungen auch die Erfassung persönlicher Daten, potenziell suchtfördernde Spielmechaniken („Dark Patterns“), Direktmarketing an Kinder, standardmäßige Jugendschutzeinstellungen sowie die teils willkürliche Sperrung von Nutzerkonten.
Ob und welche Strafen oder Auflagen auf die Publisher zukommen, hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab. Für Spieler in der EU dürfte mehr Transparenz bei Mikrotransaktionen jedenfalls ein willkommener Schritt sein. Wie seht ihr das: Längst überfällig oder greift die EU hier zu tief in Spieledesign ein?