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Apple unter Ternus: Mehr Produkte, weniger Manager und höheres Tempo
John Ternus ist erst seit Anfang September CEO von Apple, doch intern zeichnet sich bereits ein Umbau ab. Der frühere Hardware-Chef will Produkte schneller auf den Markt bringen, Hierarchien verschlanken und stärker auf Ingenieure setzen. Erste Kürzungen laufen offenbar bereits.
Wie Bloomberg unter Berufung auf mit den internen Diskussionen vertraute Personen berichtet, will Ternus den Konzern nun schneller, schlanker und stärker auf die eigentliche Entwicklungsarbeit ausrichten.
Eine der diskutierten Änderungen betrifft Apples bekannte Produktzyklen. Bislang konzentriert der Hersteller viele Vorstellungen auf wenige Zeiträume im Frühjahr und Herbst. Künftig könnte Apple neue Geräte häufiger über das Jahr verteilt auf den Markt bringen und weniger stark auf diese festen Zeitfenster setzen. Ternus soll intern zudem gefordert haben, dass Apple experimentierfreudiger werde und Produkte schneller veröffentlichen müsse, um insbesondere im KI-Zeitalter konkurrenzfähig zu bleiben.
Dabei handelt es sich allerdings noch nicht um einen beschlossenen neuen Veröffentlichungskalender. Die bisherigen Entwicklungsabläufe bei Apple sind über Jahre aufeinander abgestimmt worden und dürften sich nicht kurzfristig umstellen lassen. Bloomberg zufolge könnte eine grundlegende Änderung daher Jahre in Anspruch nehmen.
Der Umbau soll sich allerdings nicht auf den Zeitpunkt neuer Produkte beschränken. Ternus möchte offenbar auch die Hierarchien innerhalb des Konzerns verschlanken. Zur Diskussion steht unter anderem, Positionen im mittleren Management abzubauen, damit zwischen Ingenieuren und höheren Führungsebenen weniger organisatorische Schichten liegen.
Diese Überlegungen sind nicht vollständig neu. Bereits als Leiter der Hardware-Entwicklung soll Ternus dafür geworben haben, weniger neue Mitarbeiter einzustellen und vorhandenen Ingenieuren mehr Verantwortung zu übertragen. Bei einer Präsentation habe er die Entwicklung der Mitarbeiterzahl gezeigt und argumentiert, Apple müsse mit weniger Beschäftigten mehr erreichen.
Erste Veränderungen sind offenbar bereits sichtbar. In Apples Hardware-Entwicklung wurden Bloomberg zufolge in den vergangenen Wochen mehrere Engineering Program Manager und Führungskräfte von ihren bisherigen Positionen abgezogen. Diese Mitarbeiter koordinieren traditionell Zeitpläne und die Zusammenarbeit verschiedener Entwicklerteams. Weitere Einschnitte gab es zuletzt unter anderem in Bereichen rund um Siri, Vision Pro und KI-Software.
Parallel dazu stehen die Ausgaben auf dem Prüfstand. Bei ersten Planungen für das Jahr 2027 sollen vorgesehene Budgetsteigerungen reduziert, Mitarbeiterzahlen teilweise eingefroren und Marketingausgaben gekürzt worden sein. Gleichzeitig sucht Ternus dem Bericht zufolge nach neuen Einnahmequellen und Möglichkeiten, mit bestehenden Produkten mehr Umsatz zu erzielen. Auch zusätzliche Dienste werden intern diskutiert.
Eine weitere Rolle soll künstliche Intelligenz spielen. Apple prüft demnach nicht nur neue KI-Produkte und -Funktionen, sondern auch, in welchen Bereichen KI die interne Entwicklung beschleunigen oder bislang von Mitarbeitern erledigte Aufgaben automatisieren kann.
Damit zeichnet sich wenige Wochen nach dem Führungswechsel erstmals deutlicher ab, welche Schwerpunkte Ternus bei Apple setzen könnte: weniger organisatorischer Ballast, kürzere Wege zwischen Entwicklung und Unternehmensführung und ein höheres Tempo bei neuen Produkten. Wie weit die bislang intern diskutierten Änderungen tatsächlich umgesetzt werden, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.