// EUROGAMER.DE — GAMING
The Witcher 3 Remastered spaltet die Spielerschaft in einigen wichtigen Aspekten
Das kostenlose Upgrade pusht die Spielerzahlen, doch die neue Beleuchtung und fehlende Konsolen-Optionen sorgen in der Community für hitzige Diskussionen.
Das gestrige kostenlose Upgrade für „The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered“ mag das alte Rollenspiel in Sachen Spielerzahlen zu neuen Höhenflügen gepusht haben, doch nicht alle sind mit den Änderungen glücklich. Ein zentraler Strei—tpunkt betrifft die überarbeitete Beleuchtung. Viele Spieler finden The Witcher 3 jetzt schlichtweg zu hell und verwaschen – und das ist längst nicht das einzige Problem.
Die Beleuchtung stört einige Gamer so massiv, dass sie Entwickler CD Projekt Red um eine Möglichkeit bitten, auf eine ältere Version des Spiels zurückzuwechseln. Auf Konsolen ist das, soweit ich weiß, nicht ohne Weiteres möglich, während PC-Spieler dafür einige Optionen haben. „Überlegt euch gefälligst einen Weg, wie Xbox-Nutzer die alte Version spielen können. Meine Güte, diese neue Beleuchtung ist völlig leblos“, schrieb ein verärgerter User auf X. „Was bringt es, einem Fantasy-Spiel jeden Zauber zu nehmen? Realismus ist der Tod des Eskapismus.“
„Ich bevorzuge den alten Look“, meinte ein anderer Spieler auf Reddit, der detaillierte Vergleichsbilder bereitstellte. „Er bietet bessere Kontraste, stärkere Highlights und ein insgesamt knackigeres Bild.“ Ein weiteres verlinktes Video vergleicht die Witcher 3 Remastered Edition akribisch mit dem Next-Gen-Upgrade und dem Originalspiel.
„Ich glaube nicht, dass jemand bestreitet, dass Modelle, Texturen oder die Vegetationsdichte schlecht sind – das hat sich definitiv verbessert“, schrieb ein anderer Kommentator im Subreddit. „Die Beleuchtung ist technologisch gesehen durch Path Tracing objektiv besser, aber eben auch viel heller und wirkt stellenweise fast verwaschen. Das ‚Original‘ – also eigentlich das Next-Gen-Upgrade mit Ray Tracing – hatte mehr Kontrast und eine andere Lichtstimmung. Was man davon bevorzugt, ist reine Geschmacksache.“
Was genau hinter den Beleuchtungsproblemen steckt, lässt sich gar nicht so leicht festnageln, da verschiedene Faktoren hineinspielen. Auf Vergleichsscreenshots fällt der Unterschied aber sofort auf: The Witcher 3 – Remastered wirkt heller und kontrastärmer. Als Hauptübeltäter gilt dabei eine Bloom-Einstellung, die sich auf dem PC einfach ausschalten lässt. Auf Konsolen fehlt diese Option allerdings komplett, was dort für zusätzlichen Unmut sorgt.
Verstärkt wird der Effekt durch die neue Path-Tracing-Option der Remastered Edition. Wer ein entsprechend starkes System besitzt, bekommt dadurch noch hellere Umgebungen geliefert. Allerdings ist der Rechenaufwand extrem hoch und der optische Zugewinn so gering, dass selbst Besitzer von High-End-PCs größtenteils darauf verzichten. Zudem führen überarbeitete HDR-Einstellungen dazu, dass The Witcher 3 auf passenden Bildschirmen stellenweise blendend hell dargestellt wird.
Darüber hinaus gibt es weitere technische Baustellen: PC-Spieler mit AMD-Hardware berichten von etlichen Grafikfehlern. Auf der Switch 2 klagen Besitzer im Handheld-Modus über ein matschiges Bild, selbst wenn unschärfefördernde Grafikoptionen deaktiviert sind. Auch der Audiomix wirkt unausgewogen: Stimmen sind plötzlich extrem leise, während die Musik aufdröhnt. Ausgerechnet das Meditieren im Spiel soll diesen Fehler kurzfristig beheben.
Konsolenspieler auf der älteren Xbox Series S klagen außerdem über Einbußen bei der Performance. Durch die gestiegenen Mindestanforderungen läuft das Spiel dort nicht mehr mit den gewohnt hohen Bildraten. Da Konsolen das Update automatisch herunterladen, gibt es dafür derzeit kaum eine Ausweichmöglichkeit.
Viele dieser Punkte sind klare Bugs und dürften zeitnah geflickt werden. Spannender ist die Frage nach der generellen Aufhellung des Spiels: War dieser Look so gewollt und wird CD Projekt Red hier nachjustieren? Ich habe beim Entwicklerstudio nachgefragt, um genau das zu klären.