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Erdölraffinerie in Kenia soll Afrikas Wirtschaft einen Schub geben
Mit Erdöl kennt sich Aliko Dangote aus: Der reichste Afrikaner betreibt in Nigeria die größte Raffinerie des Kontinents. Nun soll eine weitere in Kenia dazukommen. Dangote verfolgt damit große Pläne.
Die Insel Lamu vor der kenianischen Küste im Indischen Ozean ist eigentlich ein ruhiger Urlaubsort für Touristen, eine autofreie Insel mit viel Sand und vielen Eseln.
Auf der Insel gibt es seit 2021 aber auch einen Tiefseehafen für Containerschiffe und Öltanker - eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in Kenia. Gebaut wurde es unter chinesischer Leitung.
Dem Hafen von Lamu wird in Zukunft eine größere Bedeutung zukommen, denn ganz in der Nähe wird jetzt eine riesige Erdölraffinerie gebaut. Sie soll einmal eine Kapazität von rund 700.000 Barrel pro Tag haben. Die Bauzeit wird auf mindestens zweieinhalb Jahre veranschlagt.
Hinter dem Projekt steht Afrikas reichster Mann: Aliko Dangote, Milliardär und Geschäftsmann aus Nigeria. Er hat bereits Erfahrungen mit dem Bau solcher Industrieanlagen. Am Rande der nigerianischen Hauptstadt Lagos ist seit 2024 die größte Erdölraffinerie auf dem afrikanischen Kontinent in Betrieb.
Das Rohöl für die neue Raffinerie in Lamu soll aus Uganda und anderen afrikanischen Ländern kommen, aber auch von ausländischen Lieferanten aus dem Nahen Osten und den USA.
Aliko Dangote betont die afrikanische Dimension des Projekts auf Lamu.
Zudem wollen Länder wie Kenia, Tansania und Mosambik künftig verstärkt Erdöl fördern. Es entstünden voraussichtlich 60.000 neue Arbeitsplätze, sagt Unternehmer Dangote: "Sobald diese Raffinerie gebaut ist, werden sich dort viele Industrien ansiedeln. Die neue Raffinerie wird also viele neue Arbeitsplätze schaffen."
Die Baukosten für die Raffinerie in Lamu werden auf umgerechnet rund 14 Milliarden Euro geschätzt. Laut Dangote investieren mehrere ostafrikanische Länder in die neue Anlage, darunter Kenia und Ruanda. Auch Investoren aus den USA seien beteiligt. Dangote unterstrich jedoch, dass das Projekt afrikanisch geführt werde.
Zahlreiche Staatschefs Afrikas kamen zum Spatenstich für den Bau der Raffinerie auf Lamu.