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Preise für RAM und SSDs: PC- und Smartphone-Verkäufe stehen vor dem Kollaps
Es manifestiert sich, was sich zuletzt bereits abgezeichnet hatte: Die Speicherkrise wird sich 2027 und 2028 noch verschärfen. Das hat drastische Folgen für viele Industriebereiche. Nicht nur wird das PC-Geschäft stark zurückgehen, auch das Smartphone-Geschäft wird in einigen Bereichen fast völlig kollabieren.
Im Rahmen der Bekanntgabe der Quartalszahlen hat Micron nicht nur viele strategische Geschäftsabschlüsse für die kommenden Jahre vermeldet, die einen großen Anteil am Umsatz bereits heute abdecken, sondern auch ein düsteres Bild gezeichnet.
Denn Kundschaft steht nicht Schlange um strikte Langzeitverträge abzuschließen, weil sich eine Entspannung abzeichnet – genau das Gegenteil sei der Fall: In den Jahren 2027 und 2028 werde es erst einmal noch schlimmer, die weiterhin steigende Nachfrage werde durch die verfügbare Produktionskapazität nicht einmal ansatzweise bedient werden können. Die Hiobsbotschaft: Auch darüber hinaus ist aktuell keine Balance zwischen Angebot und Nachfrage in Sicht.
We expect memory and storage supply-demand conditions to be much tighter
in calendar 2027 and 2028 than they were in 2026.
Even with additional industry DRAM cleanroom space plans, with robust
demand trends including new upside requests from customers, we do not have
line of sight to when supply and demand will return to balance.
Die Auswirkungen der hohen Speicherpreise und knappen Verfügbarkeit sind vor allem im Marktsegment der günstigeren Produkte extrem ausgeprägt. Bereits in der letzten Woche erklärten Marktforscher von Counterpoint Research, dass der Markt günstiger Smartphones um bis zu 40 Prozent einbrechen wird. Der Konkurrenzkampf verlagere sich damit viel stärker in den Mittelklassebereich, denn die Kunden sind letztlich gezwungen, Smartphones zu höheren Preisen zu kaufen, was gemäß dieser Prognose bis ins Jahr 2030 wohl auch geschehen wird.
Im PC-Geschäft sind die Auswirkungen ebenfalls zu spüren. PCs mit viel weniger Arbeitsspeicher und kleinerer SSD werden allerorten präsentiert, sie sollen den Aufpreis abfedern. Nach Angaben einiger ODMs ist aber im gerade abgelaufenen dritten Quartal bei den Notebook-Auslieferungen mitunter dennoch ein Rückgang von über 25 Prozent zu sehen. Es wird nun erwartet, dass die bisherigen Prognosen vieler Firmen noch weiter nach unten korrigiert werden. Zuletzt hatte Lenovo bereits einen Rückgang von rund 15 Prozent ins Spiel gebracht, auch Microsoft sprach von “High Teens“, also einem Rückgang um 17 bis 19 Prozent.
Zusammen mit den Angaben von Micron aus der letzten Nacht zeichnet sich nun ein noch düstereres Gesamtbild ab. Vor 2029 wird es keine oder kaum Entspannung geben, jede zusätzliche Kapazität verpufft nahezu direkt durch die ebenfalls weiter steigende Nachfrage. Oder wie es Lenovo bereits zur ISC 2026 auf der Bühne erklärte: „Es wird nie mehr wie letztes Jahr.“ Im Juni hieß es, ab 2030+ würde sich der Markt langsam auf ein neues „Normal“ mit viel höheren Preisen als Anfang 2025 einpendeln.