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LiveRamp erweitert ChatGPT-Partnerschaft: Was passiert mit Daten?
LiveRamp und ChatGPT vertiefen ihre Zusammenarbeit. Unternehmen können nun gezielt Werbung an ihre Kunden ausspielen, doch die Datennutzung bleibt unklar.
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Die Daten- und Analyseplattform LiveRamp baut ihre Partnerschaft mit ChatGPT weiter aus. Das hat Folgen für die Daten von ChatGPT-Nutzern – nur leider ist nicht klar, welche.
LiveRamp ist ein Unternehmen aus dem Ökosystem des Datenhandels. Es bietet seinen Kunden unter anderem an, ihre Nutzerdaten aufzubereiten, damit zu handeln und auf der Grundlage der Daten neue oder bestehende Kunden anderswo zu erreichen.
Seit Juni 2026 arbeitet LiveRamp mit OpenAI zusammen. Bisher ging es dabei vor allem um die Erfolgsmessung von Werbeanzeigen, die ChatGPT selbst Kunden zugeteilt hat. Vereinfacht beschrieben: Ein Fachhandel für Musikerbedarf hat seine Anzeige für neue Gitarrensaiten an ChatGPT übergeben und der Chatbot hat sie Nutzern gezeigt, die er für passend hielt – zum Beispiel, weil sie ChatGPT gerade Fragen über Gitarren stellten. Wie erfolgreich diese Werbung war, konnte der Fachhandel dann über LiveRamp auswerten.
Jetzt geht die Zusammenarbeit noch einen Schritt weiter, wie unter anderem der Blogpost von LiveRamp beschreibt. Unternehmen können über LiveRamp ihre Werbung für Gitarrensaiten nun zum Beispiel gezielt an all jene ChatGPT-Nutzer ausspielen, die zuvor eine Gitarre bei ihnen gekauft haben. Dafür schickt das Unternehmen eine Liste seiner Zielkunden, die sie im wahrscheinlichsten Szenario ohnehin schon über LiveRamp verwalten (zahlreiche Unternehmen und Plattformen nutzen diesen Anbieter zur Verwaltung ihrer (auch Ihrer) Kundendaten), an ChatGPT. Dieses gleicht die Daten mit denen seiner eigenen Kunden ab. Gibt es dort Überschneidungen?
Laut dem Beitrag von LiveRamp erfolgt der Abgleich über LiveRamps hauseigene RampID-Nummer. Das ist eine Art pseudonyme Identifikationsnummer, die uns allen vom Unternehmen einfach zugeteilt wird und die uns eindeutig identifiziert, während wir uns im Internet bewegen – sofern wir nicht entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen. Wenn es Treffer in nennenswerten Größenordnungen gibt, wird die Werbung an die gesuchten ChatGPT-Nutzer ausgespielt.
Das heißt, es fließen auf jeden Fall mehr Daten von allen möglichen Unternehmen an OpenAI. Die Unternehmen selbst erfahren laut OpenAI zwar nicht, welche einzelnen Kunden ChatGPT nutzen, sehen aber ungefähre Größenordnungen der Treffer. Doch wer genau welche Daten erhält und ob OpenAI, die Unternehmen und LiveRamp die zusätzlichen Informationen über ihre Nutzer speichern und weiterverarbeiten, ist nicht klar. Es wird lediglich wieder einmal deutlich: OpenAI hat den Weg zur „Datenkrake“ eingeschlagen.
Die Funktion wird vorerst in elf Ländern eingeführt und soll schrittweise überall dort verfügbar sein, wo ChatGPT verfügbar ist. OpenAI hat in diesem Jahr sein Werbegeschäft seit dem Start der Werbeanzeigen unterhalb von ChatGPT-Antworten im Februar stetig ausgebaut. Sie sind inzwischen auch in Asien verfügbar und OpenAI entwickelt die Funktion weiter: So sollen Nutzer per Klick auf eine Anzeige direkt gesponserte KI-Agenten kontaktieren können, die weitere Fragen beantworten.
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