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Thüringen: Behörden zählen die meisten rechtsextremen Konzerte im ersten Halbjahr 2026
Im vergangenen März trat die laut Behörden rechtsextreme Schweizer Band Amok unter Aufsicht der Polizei in Thüringen auf. Das Konzert ist nur ein Beispiel für den Rechtsrock in dem Bundesland: Die meisten offen angekündigten rechtsextremen Musikveranstaltungen hat es im ersten Halbjahr in Thüringen gegeben.
Von den deutschlandweit bisher 79 Konzerten und Liederabenden dieser Art fanden allein 51 in Thüringen statt. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Mandy Eißing und anderen Bundestagsabgeordneten der Linken hervor.
Örtlicher Schwerpunkt dieser Liederabende ist eine kleine Gemeinde im Landkreis Hildburghausen. Veranstalter vieler Konzerte ist der bundesweit bekannte Rechtsextremist Tommy Frenck, Inhaber eines in der rechten Szene bekannten Lokals in Brattendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Auengrund. Regelmäßig treten dort entsprechende Interpreten und Gruppen auf.
Im Vorfeld der Konzerte im März versuchte der rechtsextreme Wirt, juristisch gegen behördliche Auflagen vorzugehen. Das Verwaltungsgericht Meiningen entschied aber, dass die von der Gemeinde verlangten Auflagen für die Konzerte gerechtfertigt seien. Der Veranstalter habe daher unter anderem zu dulden, dass bei den Auftritten Polizisten anwesend seien, hieß es im Gerichtsbeschluss.
130 rechtsextreme Musikveranstaltungen erfasste die Polizei insgesamt im ersten Halbjahr in ganz Deutschland. Dazu zählen auch Konzerte, die zwar konspirativ angekündigt und vorbereitet wurden, den Behörden aber trotzdem bekannt wurden.
»Rechtsextreme Konzerte sind für die rechte Szene wichtige Werkzeuge zur Finanzierung, Vernetzung und Rekrutierung. Besonders problematisch ist, wenn sich dafür dauerhafte Strukturen und Immobilien etablieren können«, sagte Linkenpolitikerin Eißing mit Blick auf die Zahlen. »Dass Thüringen hier bundesweit an der Spitze steht, zeigt, wie fest diese Strukturen verankert sind. Es reicht nicht, einzelne Konzerte zu verhindern. Wir müssen ihnen Räume, Infrastruktur und Nachwuchs entziehen«, so die Forderung der Linkenpolitikerin.
Auch im vergangenen Jahr fanden die meisten der offen angekündigten Musikveranstaltungen der rechten Szene in Thüringen statt – mit mehr als 80 von deutschlandweit rund 200.