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Wie datenhungrig sind vernetzte Autos und ihre Apps wirklich?
Vernetzte Autos und ihre Begleit-Apps kommunizieren häufig mit externen Werbe-, Tracking- und Analysediensten. US-Forscher haben den Netzwerkverkehr von 21 Fahrzeugen und 30 Apps untersucht und bei sieben Apps sensible Kennungen im Datenstrom gefunden. Die Ergebnisse machen die Reichweite dieser Datenströme sichtbar, gelten aber zunächst nur für die untersuchte US-Stichprobe.
Boston (U.S.A.). Moderne Autos sind ständig online. Navigationsdienste, Fernzugriff und Hersteller-Apps benötigen Netzwerkverbindungen, zugleich können dabei Standortdaten, Fahrzeugkennungen und weitere Informationen nach außen gelangen. Für Fahrer bleibt oft schwer erkennbar, welche externen Dienste an dieser Kommunikation beteiligt sind.
Das Datenschutzproblem betrifft deshalb nicht nur das Auto selbst. Auch die Smartphone-App des Herstellers gehört zum vernetzten Ökosystem und kann zusätzliche Kontakte zu Analyse-, Werbe- und Trackingdiensten herstellen.
Forscher der Northeastern University haben nun den Datenverkehr von 21 Fahrzeugen aus 19 Marken und 30 zugehörigen Apps untersucht. Die Autos stammten aus dem US-Markt, die Tests liefen zwischen Oktober 2024 und August 2025 auf dem Gelände von Consumer Reports in Connecticut.
Für den Fahrzeugverkehr leitete das Team die WLAN-Kommunikation über einen eigenen Zugangspunkt und protokollierte die Ziele der Verbindungen. Bei elf Elektroautos blockierte zusätzlich ein Faraday-Zelt den Mobilfunk. Den Inhalt der Fahrzeugpakete konnten die Forscher wegen der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung jedoch nicht entschlüsseln. Bei den iPhone-Apps war eine deutlich tiefere Analyse möglich, weil die Forscher auf den Testtelefonen eigene Zertifikate installieren konnten.
19 der 21 Fahrzeuge kontaktierten über WLAN mindestens einen Drittanbieter. Bei den Apps zeigte sich ein noch dichteres Netz. Fast alle untersuchten Anwendungen kontaktierten mehrere Drittanbieter aus den Bereichen Werbung und Tracking, sieben übermittelten sensible personenbezogene Kennungen an solche Dienste.
Zu diesen Kennungen gehörten je nach App die Fahrzeug-Identifizierungsnummer, E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder präzise Standortdaten. Betroffen waren HondaLink, Lincoln, MyNISSAN sowie vier Apps von General Motors. Besonders relevant ist die Kombination mehrerer Kennungen, weil sich ein Fahrzeug und sein Nutzer damit über verschiedene Kontexte hinweg leichter zusammenführen lassen.
„Ob es den Verbrauchern bewusst ist oder nicht, große Technologiekonzerne sind überall in den Fahrzeugen, die wir fahren“, sagt Nicole Zagson von der Northeastern University.
Die Begleit-Apps vergrößerten die Zahl der beobachteten Kontakte deutlich. Bei 70 Prozent der Apps registrierte das Team mehr als fünf verschiedene Domains aus den Bereichen Werbung, Tracking und Analyse, bei den Fahrzeugen waren es 29 Prozent. Für die meisten untersuchten Autos verdoppelte die zugehörige App die kumulierte Zahl solcher Kontakte mindestens.
Welche Informationen ein Auto selbst an eine einzelne Domain schickte, ließ sich daraus nicht ablesen. Die verschlüsselten Fahrzeugverbindungen zeigen zuverlässig die Kommunikationsziele und Muster, nicht aber den Klartext der übertragenen Daten. Aussagen über konkrete personenbezogene Inhalte stützen sich deshalb vor allem auf den entschlüsselbaren App-Verkehr.