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Alien Breed 35th Anniversary Collection Test: Ein Urvater heutiger Extraction-Shooter kehrt zurück
Team17 bringt seine fast vergessene Amiga-Legende in die Moderne. Dank neuer Twin-Stick-Steuerung spielen sich die Sci-Fi-Klassiker heute besser denn je.
Kennt jemand hier die Dinger eigentlich noch? Wer mit dem Amiga groß geworden ist, für den führte an Alien Breed – zumindest an der Special Edition von 1992 – kein Weg vorbei. Der Top-Down-Shooter war eines meiner frühesten Coop-Erlebnisse und zeigte mir, dass man auch zusammen, nicht nur gegeneinander, wahnsinnig viel Spaß an einem Videospiel haben konnte. So viel hieran war mir damals neu:
Genre: Sci-Fi-Shooter-SammlungEntwickler: Antstream / Team17Publisher: CommodorePlattformen: PC und KonsolenInhalt: Die sechs Amiga-Klassiker der Reihe (inkl. Alien Breed 3D), aufgewertet mit Twin-Stick-Steuerung, CRT-Filtern und interaktivem Museum.
Sich auf einem Bildschirm – ohne Split-Screen – die Munition gegen endlose Monsterhorden zu teilen. Einander Rückendeckung zu geben und darüber zu verhandeln, wer die Medizin aufheben und wer die bessere Waffe kaufen darf. Die Sterilisierung einer kompletten Etage der frei erkundbaren Raumstation per Selbstzerstörung anzuordnen und selbst nur 60 Sekunden zu haben, den rettenden Aufzug zu erreichen. Aus Versehen die Steuerung einer Feuerschutztür anzuschießen und dadurch ganze Bereiche unzugänglich zu machen. Es waren frustige, aber auch auf die gute Art schwitzige Sessions.
Es war das erste Mal, dass ich beim Zocken die Gefühle spürte, die heute großen Survival- oder Extraction-Shooter maßgeblich definieren – in einer Zeit, in der Actionspiele meist ein vollkommen gradliniges Format hatten, war das absolut wegweisend. Nun kommt die komplette Alien-Breed-Saga – sechs Spiele, die zwischen 1991 und 1996 erschienen sind – als hübsche Collection auf den PC und die Konsolen. Ich freue mich, zu berichten: Hier steckt tatsächlich eine Menge Liebe drin.
Natürlich half es, dass das Thema und seine Monster lizenzrechtlich beinahe bedenklich nah an James Camerons Aliens waren, aber mit der Sonderausgabe des ersten Teils – der auf mich immer mehr wie ein kompletter Nachfolger als wie eine “Special Edition” wirkte – etablierte Team17 sich auch so als einer der großen Entwickler auf Commodores Heimcomputer-Sensation. Tatsächlich gewann die Reihe mit den folgenden Teilen auch zunehmend an eigenem Charakter. Nur, dass das irgendwann keiner mehr mitbekommen hat, weil ab Mitte der Neunziger PC und Konsolen gnadenlos am Amiga vorbeigezogen waren.
Alien Breed 2 brachte 1993 unterschiedliche Charaktere mit und sah fantastisch aus, verzettelte sich aber in zu großen, endgültig komplett unfairen Levels, bevor Tower Assault 1994 ordentlich auf den Kopf stellte, wie man ein Alien Breed erlebte. Mit offenem Aufbau und coolem Retreat-Fire-Feature (Schießen im Rückwärtslaufen war in den Teilen davor nicht möglich, da ging es nur in Bewegungsrichtung) ist es der vielleicht beste Teil der Reihe. 1995 kam der Bruch, als mit Alien Breed 3D ein mehr als kompetenter Doom-Klon erschien, der zwar endlos pixelig war, dafür aber sogar mehretagige Level und transparentes Wasser möglich machte. Zum Glück hatte ich seinerzeit einen A1200 mit einem 68030er 50‑MHz-Turboboard und 32 MB Speicher, sodass es flüssig lief, also um die 20 fps – aber Herrgott, es war halt unser “Doom-Killer”. Ich mag das Spiel noch heute.
Das Ende war dann Alien Breed 3D 2. Der Nachfolger war 1996 technisch mit freiem Umsehen noch einmal eine Ecke ambitionierter, feiner aufgelöst. Zum Teil bot er polygonale Gegner und beleuchtete Waffenmodelle, lief aber selbst auf meinem Rechner wie ein toter Hund und war auch spielerisch ein tristes Grau in Grau in deprimierenden, verwirrenden Leveln. Dennoch ein interessantes Relikt von einem Shooter, den nur wenige Leute wirklich gespielt haben dürften.
Alle sechs Amiga-Titel der Serie schnürt Commodore als Publisher in Lizenz von Team17 mithilfe von Entwickler Antstream nun zu einem Paket, das ich tatsächlich sehr mag. Vor allem, weil sie die alten Top-Down-Teile