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Toshiba investiert: Verdoppelung der HDD-Produktion und 65 TB pro Laufwerk
Im Zuge des Speicherbooms will Toshiba seine Kapazitäten zur Herstellung von Festplatten (HDD) für KI-Rechenzentren verdoppeln. Dafür sollen umgerechnet rund 380 Millionen US-Dollar in die Hand genommen werden. Zudem soll in die Weiterentwicklung investiert werden, sodass HDDs mit 65 TB bis 2030 erreicht werden sollen.
Darüber berichtet Nikkei Asia von den Philippinen, wo der japanische Hersteller diverse Produktionsstätten betreibt. Diese sollen im Laufe des Fiskaljahres 2027 (April 2027 bis März 2028) erweitert werden, um die HDD-Produktion für Rechenzentren zu verdoppeln, damit die hohe Nachfrage zu bewältigen und letztlich von dem Boom noch mehr zu profitieren.
Der Ausbau der Werke auf den Philippinen sei die erste größere Investition von Toshiba binnen fünf Jahren. Zusätzliche Fertigungsstraßen sind aber nur ein Teil des Plans. Außerdem soll eine zunehmende Automatisierung von Prozessen die Zahl der für die Erweiterung eigentlich nötigen Arbeitskräfte um 40 Prozent verringern und zudem die Produktionsausbeute verbessern.
Parallel will Toshiba in die Weiterentwicklung der HDD-Technik investieren, um die Speicherkapazität pro Laufwerk deutlich zu steigern. Konkret wird das Ziel formuliert, bis zum Jahr 2030 Festplatten mit 65 TB in Serie zu produzieren. Ein Fernziel sind Laufwerke mit 100 TB.
Diese Ziele erscheinen überaus ambitioniert und vielleicht sogar zu optimistisch, wenn man betrachtet, wo Toshiba aktuell steht. Der drittgrößte HDD-Hersteller hinkt nämlich in puncto Speicherkapazität weit hinter den führenden Konkurrenten Seagate und Western Digital zurück. Seagate erreicht mit der lasergestützten HAMR-Technik mittlerweile über 40 TB und hat schon die Mozaic-5-Plattform für 50 TB und mehr für Ende 2027 in Aussicht gestellt. Auch bei Western Digital soll die Marke von 40 TB schon bald fallen.
Toshiba hatte vor einem Jahr den Plan formuliert, bis 2027 auf 40 TB zu kommen, indem erstmals 12 statt bisher maximal 11 Magnetscheiben (Platter) verbaut werden. Für 65 TB müsste sich aber noch einiges andere bei der Aufzeichnungstechnik ändern. HAMR steht auch bei Toshiba und Western Digital schon lange in den Roadmaps, doch versuchen beide noch das letzte aus den bestehenden Techniken rauszuholen.
Während Toshiba auf den Philippinen investiert, will Western Digital die Standorte in Japan ausbauen. Dafür soll bis zum Jahr 2030 1 Milliarde US-Dollar ausgegeben werden. Das Volumen ist also deutlich höher als bei Toshiba.
Auch die Knappheit bei dem in SSDs verbauten NAND-Flash sorgt für eine steigende Nachfrage nach langsamen, aber relativ günstigen Festplatten, die weiterhin ein wichtiges Standbein der Speicherhierarchie in Servern bilden. Die hohe Nachfrage gepaart mit deutlich angezogenen Stückpreisen sorgt für hohe Einnahmen bei den HDD-Produzenten. Der Marktführer Seagate konnte jüngst seinen Quartalsumsatz um fast 50 Prozent steigern und den Gewinn sogar um 165 Prozent erhöhen.