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Stichwahl nötig: Brasilien rückt weiter nach rechts
Bolsonaro oder Lula? Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien gehen beide Kandidaten in eine Stichwahl. Der Sohn des Ex-Präsidenten gilt als Favorit. Er profitiert von Unzufriedenheit über hohe Lebenshaltungskosten und Kriminalität.
Trommeln und Sprechchöre auf der Praça São Salvador in Rio de Janeiro - dort, wo die in Rot gekleideten Anhänger von Lula da Silva traditionell die Auszählung verfolgen. Doch zu feiern gibt es eigentlich nichts. Das Ergebnis sieht nicht gut aus für den amtierenden Präsidenten: Er holte in der ersten Runde weniger Stimmen als erwartet und vor allem weniger als Herausforderer Flávio Bolsonaro.
"Mann, das ist echt schwierig", sagt der Brasilianer Mauricio Rizzo. "Flávio Bolsonaro darf auf keinen Fall zurückkehren, er würde seinen Vater begnadigen, die Institutionen unterwerfen. Dieses Bolsonaro-Gesindel darf niemals wieder an die Macht kommen."
Auch Simone Lourenco zeigt sich entmutigt angesichts des Wahlergebnisses: "Meine Sorge ist: Selbst wenn Lula in der Stichwahl gewinnt - der Kongress, also die Abgeordneten und Senatoren, ist noch weiter nach rechts gerückt."
Die Auszählungen deuten auf eine Stichwahl zwischen Bolsonaro und Lula hin.
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Kehrt 2027 ein Bolsonaro an die Macht zurück? Das entscheidet sich in drei Wochen in einer Stichwahl. Flávio Bolsonaro, der älteste Sohn des wegen eines Putschversuches verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, zieht als klarer Favorit in die Stichwahl.
Amtsinhaber Lula da Silva versuchte, Gelassenheit zu signalisieren, als er kurz nach 21 Uhr Ortszeit vor die Kameras trat. "Das Ergebnis ist oft unerwartet: Man bekommt nie alles, was man sich gewünscht hat." Er sei eigentlich überzeugt davon gewesen, dass er die Wahl im ersten Durchgang gewinnen würde. Nun beginne ein neuer Wahlkampf, so Lula.
Doch es war ein Diskurs vor einer Kulisse von Verlierern. Denn hinter ihm applaudierten sichtlich geknickte Politikerinnen und Politiker, die ihre Wahlen mehrheitlich schon verloren hatten. Sowohl im Senat als auch im Abgeordnetenhaus und bei Gouverneursposten holte sich Bolsonaros liberale Partei bei dieser Abstimmung breite Mehrheiten. Mit Michelle, Carlos und Jair Renan Bolsonaro sind darunter auch noch weitere Familienmitglieder.
Weltspiegel
04.10.2026
Wahl in Brasilien: Ein viertes Mal Lula - oder kehren doch die Bolsonaros zurück?
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