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5G und AI: Huawei und Qualcomm geben Patentlizenzvereinbarung bekannt
Huawei und Qualcomm haben eine mehrjährige, umfassende Patentlizenzvereinbarung bekannt gegeben. Diese umfasst gegenseitige Lizenzen für die Patentportfolios beider Unternehmen in verschiedenen Technologiebereichen, darunter 5G, Computing, KI und Netzwerktechnik, sowie den Erwerb bestimmter US-Patente von Huawei durch Qualcomm.
Auch wenn beide Unternehmen sich und ihre Errungenschaften in den jeweiligen Bereichen loben und davon sprechen, wie die Partnerschaft die Innovation in diesen Bereichen weiter fördern wird, setzt die neue Vereinbarung auch einen Schlussstrich unter einen langwierigen Streit zwischen Huawei und Qualcomm über finanzielle und patentrechtliche Fragen. Denn im Jahr 2017 hatte Huawei argumentiert, dass der US-Chiphersteller Qualcomm von seinen Kunden im Bereich der Smartphone-Hersteller überhöhte Preise für die Nutzung seiner Chipsätze verlangt, und daraufhin die Lizenzzahlungen vollständig eingestellt.
Die sich anschließenden und weiterhin andauernden US-Sanktionen gegen Huawei machen die Situation für das chinesische Unternehmen jedoch nicht einfacher. Huawei willigte deshalb auch ein, eine Einmalzahlung in Höhe von 1,8 Milliarden US-Dollar an Qualcomm zu leisten, um die während des Rechtsstreits ausgesetzten Gebühren nachzuzahlen. Gleichzeitig wird aber ein gegenseitiges Lizenzabkommen geschlossen, das eine fairere Regelung vorsieht. Denn erstmals leistet auch Qualcomm Zahlungen an Huawei, um dessen Patente und Technologien zu nutzen.
Huaweis jahrzehntelange, kontinuierliche Investitionen in grundlegende Forschung und Entwicklung haben Innovationen und Fortschritte im Mobilfunk und in anderen Technologiebereichen vorangetrieben. Huaweis umfassende Beiträge zu den 4G/5G-Standards – etwa die Signalübertragungstechnologie mittels Polar-Codes, die sich der physikalischen Übertragungsgrenze annähert – haben das Unternehmen als führende Kraft in der Mobilfunkbranche etabliert und die Art und Weise, wie Menschen kommunizieren und leben, nachhaltig verändert.
Qualcomm hat in grundlegende Mobilfunktechnologien investiert, die aufeinanderfolgende Generationen von Mobilfunkinnovationen ermöglicht haben und in der weltweiten Mobilfunkbranche breite Anerkennung finden. Dieses Abkommen bestätigt erneut die branchenweite Anerkennung der Technologieführerschaft von Qualcomm im 5G-Bereich sowie den Erfolg des 5G-SEP-Lizenzierungsprogramms von Qualcomm. Gleichzeitig spiegelt das Abkommen die Anerkennung wider, die Qualcomm der kontinuierlichen Innovationskraft und dem geistigen Eigentum von Huawei in den Bereichen 5G und anderen Technologien entgegenbringt.
Die Transaktion wird nach Angaben von Huawei nach Erhalt der erforderlichen behördlichen Genehmigungen abgeschlossen. Auf wie viele Jahre sich die Vereinbarung bezieht, haben die Unternehmen bislang nicht bekannt gegeben.
Ob die Patentvereinbarung zwischen beiden Unternehmen auch wieder Smartphones von Huawei mit 5G-Unterstützung in Deutschland möglich macht, bleibt abzuwarten. In den letzten Jahren hatte Huawei seine Smartphones für den europäischen Markt stets um 5G beschnitten, während sie in China den schnellen Mobilfunkstandard beherrschen. Das Huawei Pura 90 Pro Max war das erste Smartphone, das auch außerhalb Chinas wieder 5G unterstützen sollte, ist bislang aber nicht für den deutschen Markt angekündigt worden. Da es außerhalb Chinas allerdings schon offiziell vorgestellt wurde, ist fraglich, ob es überhaupt noch in Deutschland erscheinen wird oder Huawei hierzulande direkt den Nachfolger abwartet, um nach der Pura-80-Serie (Test) wieder ein Smartphone zu veröffentlichen.