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Über 300 Systeme verkauft: China hortet große Mengen an ASML-Maschinen
China hat in den letzten Jahren aus Angst vor einer Verschärfung der US-Sanktionen Hunderte ASML-Systeme gekauft und sie ins Lager gepackt. Diese Erkenntnis ist an sich nicht neu, ein US-Bericht beziffert nun jedoch erstmals die vermutete Anzahl und den Umfang und fordert eine noch striktere Umsetzung der Sanktionen.
Das neu gegründete Centre for Technology & Statecraft (CTS) aus den USA hat die Analyse Ende September veröffentlicht, medialen Fokus erhält sie aber erst jetzt, nachdem asiatische und insbesondere chinesische Tageszeitungen wie die South China Morning Post sie entdeckt haben.
Allein in den Jahren 2024 und 2025 soll China vor allem klassische DUV-Scanner im großen Stil eingekauft haben, von den rund 13 Milliarden US-Dollar wurden laut Studie viele NXT:1980i gekauft. Die Finanzdaten sind leicht aus den offiziellen Zahlen des Unternehmens ableitbar: ASML bestätigte, dass 41 Prozent des Gesamtumsatzes mit Systemen im Jahr 2024 aus China kam – im ersten Halbjahr 2024 waren es sogar 49 Prozent – 2025 sank der Anteil auf 33 Prozent.
Da keine EUV-Systeme nach China verkauft wurden, kann dieser Anteil entsprechend auf Taiwan, Südkorea und zu einem kleinen Teil auch auf die USA verrechnet werden. Der Prozentsatz von China für alle anderen Systeme steigt dann deutlich an. Bis zu 70 Prozent der Auslieferungen für DUV-Scanner könnten an China gegangen sein, weshalb der Report auch von bis zu 90 Systemen pro Jahr ausgeht.
Bereits 2024 monierten viele US-Politiker die Verkäufe von ASML nach China, in die gleiche Richtung zielt nun der Report. Die USA sollten demnach viel mehr Druck aufbauen, die Sanktionen auf nahezu alle modernen DUV-Tools erweitern und auch durchsetzen; zur Not auch mit entsprechendem Druck auf die Niederlande. Hier könnte Cymer ins Spiel kommen: ASML hatte das US-Unternehmen vor 14 Jahren übernommen. Es stellt die Laser für fast alle modernen Systeme der Niederländer her. Auflagen durch die USA in dem Bereich könnten ASML zum Handeln zwingen.
Worum es dem US-Report am Ende aber primär geht, ist die Vormachtstellung der USA im Rennen um AI, respektive „Super Intelligence“, wie es die Trump-Administration seit einigen Tagen nennt. Das Thema „nationale Sicherheit“, das sonst gern als Argument genutzt und gern vorgeschoben wird, ist im gesamten Report nur einmal in einer Quellenangabe zu finden. Mit Auslieferungen von ASML-Systemen ohne Einschränkungen würde China zur ernsten Bedrohung der USA in dem Gebiet anwachsen, ohne diese Produkte weiter nur hinterherlaufen.
Denn wie der Report auch zusammenfasst, stecken Chinas eigene Systeme nach wie vor in den Kinderschuhen. Zwar gibt es ab und an medial zelebrierte Erfolge in China auf dem Gebiet, doch zwischen funktionsfähigen Prototypen und der echten Serienfertigung liegen oft sehr große Hürden und noch Jahre. Das Institut schätzt, dass es aktuell im Schnitt rund 14 Jahre sind und auch bleiben dürften, da der Westen mit seinen Errungenschaften nicht stehen bleibt und ebenfalls weiter Vollgas gibt. China versucht das Fehlen neuer Maschinen deshalb durch Erfindungen wie Huaweis Tau-Scaling auszugleichen.