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Alte DNA zeigt, wann die ersten Menschen Amerika erreicht haben
Wann Menschen erstmals Amerika erreichten, ist trotz Genetik und Archäologie weiterhin umstritten. Eine neue Übersicht über alte DNA, Fundstellen und Eiszeitbedingungen legt für die Vorfahren heutiger indigener Bevölkerungen ein Zeitfenster von etwa 14.000 bis 20.000 Jahren nahe. Noch ältere Gruppen bleiben möglich, doch ihr genetischer Beitrag ist bislang nicht nachgewiesen.
Lawrence (U.S.A.). Lange galt eine Besiedlung Amerikas erst gegen Ende der letzten Eiszeit als wahrscheinlich. Inzwischen belegen jedoch 21.000 bis 23.000 Jahre alte menschliche Fußspuren in New Mexico, dass Menschen schon während der kältesten Eiszeitphase südlich der großen Eisschilde lebten. Damit bleibt offen, wann ihre Vorfahren den Kontinent erreichten und wie diese frühen Gruppen mit heutigen indigenen Bevölkerungen verwandt waren.
Genetische Daten beleuchten eine andere Seite dieser Frage als archäologische Funde. Alte Genome können zeigen, wann sich Abstammungslinien voneinander trennten und welche Populationen später Nachkommen hinterließen. Sie erfassen aber nur Menschen, deren DNA erhalten, gefunden und untersucht wurde, weshalb sehr frühe Gruppen ohne erkennbare Nachfahren im genetischen Archiv fehlen können.
Forscher der University of Kansas (KU) um Bethany Potter haben veröffentlichte genetische, archäologische und ökologische Befunde deshalb in einer Übersichtsarbeit neu gegeneinander abgewogen. Das Team verglich drei Szenarien, nach denen die Vorfahren heutiger indigener Bevölkerungen vor mehr als 25.000 Jahren, in einem mittleren Zeitfenster vor etwa 20.000 bis 14.000 Jahren oder erst danach nach Amerika gelangt sein könnten.
Am besten passt die Gesamtheit der ausgewerteten Hinweise nach Ansicht der Autoren zu einer Ankunft vor etwa 14.000 bis 20.000 Jahren. Ein späterer Zeitpunkt gerät mit genetischen Aufspaltungen in Konflikt, die bereits vor der Öffnung einer begehbaren Route durch das nordamerikanische Inlandeis stattgefunden haben müssen. Auch frühere Untersuchungen zeigen, dass der eisfreie Korridor erst deutlich später ausreichend passierbar war.
Für eine Ankunft vor mehr als 25.000 Jahren fehlt dagegen bislang ein entsprechendes Signal in den bekannten Genomen, was eine noch frühere menschliche Präsenz aber nicht ausschließt. Solche Gruppen könnten ausgestorben sein, nur einen geringen genetischen Beitrag zu späteren Populationen geleistet haben oder in den bisher untersuchten Proben schlicht nicht erfasst sein.
Ein besonders wichtiger genetischer Hinweis ist eine große Aufspaltung vor ungefähr 15.000 Jahren. Dabei trennten sich Abstammungslinien, die später vor allem mit nördlichen und südlichen indigenen Populationen Amerikas verbunden sind. Diese zeitliche Einordnung spricht dafür, dass ihre gemeinsamen Vorfahren zu diesem Zeitpunkt bereits auf dem Kontinent oder unmittelbar in seinem nördlichen Zugangsraum lebten.
Die Besiedlung erscheint damit nicht als einmaliger Wanderungszug, denn nach der frühen Aufspaltung breiteten sich verschiedene Nachfahren in mehreren Bewegungen über Nord- und Südamerika aus. Die genetischen Daten grenzen den zeitlichen Rahmen dieser Geschichte ein, ohne jede einzelne Route oder archäologische Population eindeutig einer späteren Linie zuordnen zu können.
Gerade die sehr alten Fußspuren von White Sands zeigen, warum genetische und archäologische Daten nicht deckungsgleich sein müssen. Menschen waren dort bereits vor 21.000 bis 23.000 Jahren präsent. Die neue Übersicht kann jedoch nicht belegen, dass diese Menschen direkte Vorfahren heutiger indigener Bevölkerungen waren, und sie kann eine solche Verbindung ebenso wenig ausschließen.
Entscheidend bleibt deshalb die Kombination verschiedener Belege, weil archäologische Fundstellen menschliche Anwesenheit dokumentieren, während alte DNA Verwandtschaft und Populationsaufspaltungen rekonstruieren kann. Weil die genetische Überlieferung räumlich und zeitlich lückenhaft ist, können neue Genome das Bild noch verschieben und bislang unsichtbare Popu