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Umfrage: KI auf dem Amt? Ja, bitte!
Eine Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass Behörden KI bei der Bearbeitung von Anträgen einsetzen. Und mehr Digitalisierungstempo ist auch gewünscht.
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Die Mehrheit der Deutschen befürwortet den Einsatz künstlicher Intelligenz in Behörden, wie aus einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervorgeht. Demnach sprechen sich 70 Prozent dafür aus, dass bei der Bearbeitung ihres Antrags künstliche Intelligenz eingesetzt wird. Im Vorjahr waren das laut Bitkom noch 63 Prozent. Die Zahl derer, die KI-Einsatz bei Anträgen ablehnen, liegt noch bei 26 Prozent (Vorjahr 31 Prozent).
35 Prozent würden bei einem behördlichen KI-Einsatz bevorzugen, dass ein Mensch die Anträge prüft und entscheidet, dann aber eine KI die Entscheidung kontrolliert. 23 Prozent hätten es lieber umgekehrt – die KI solle prüfen und ein Mensch dann final entscheiden. Mit 12 Prozent wäre nur eine Minderheit der Befragten einverstanden, Prüfung und Entscheidung vollständig einer KI zu überlassen (Vorjahr 7 Prozent).
Beim Bitkom ist man überzeugt, dass Verwaltungen massiv von KI profitieren könnten. „KI kann Anträge prüfen, Unterlagen auswerten und nicht nur Routinefälle bearbeiten“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Das Umfrageergebnis ist laut Bitkom repräsentativ, befragt wurden 1.004 Personen ab 18 Jahren.
Insgesamt wünscht sich mit 91 Prozent auch eine überwältigende Mehrheit, dass ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltung mehr Tempo und Nachdruck bei der Digitalisierung an den Tag legt. Besonders gefragt sind digitale Angebote vor Ort. 83 Prozent wünschen sich etwa eine App, mit der sie Mängel im öffentlichen Raum melden können. 79 Prozent wollen eine intelligente Straßenbeleuchtung, 72 Prozent Echtzeit-Informationen zu Bus und Bahn. Eine knappe Mehrheit von 53 Prozent hält ihre Stadt oder Gemeinde für digital fortgeschritten.
Mit der Digitalisierung steigen auch die Wünsche der Bürger an die Verwaltung. Rund drei Viertel (73 Prozent) wollen eine Verwaltung, die mitdenkt und von sich aus auf sie zukommt, zum Beispiel wenn ihnen eine Leistung wie Kindergeld oder Bafög zusteht. „Der Staat weiß, wann ein Ausweis abläuft und wem eine Leistung zusteht. Er sollte dieses Wissen nutzen und von sich aus aktiv werden“, bekräftigte Rohleder.
85 Prozent würden auch gerne während der Bearbeitung jederzeit online den aktuellen Stand und die voraussichtliche Bearbeitungszeit einsehen können. 62 Prozent sprechen sich dafür aus, dass Behörden untereinander mehr Daten austauschen, damit sie nicht immer wieder dieselben Angaben machen müssen.
Von der Politik erwarten 67 Prozent, dass Deutschland deutlich mehr Geld in die Digitalisierung der Verwaltung investiert. 66 Prozent wünschen sich, dass die politischen Akteure auch an der Umsetzung ihrer Digitalisierungsversprechen gemessen werden. Mit 61 Prozent zeigt sich eine Mehrheit der Bundesbürger zufrieden mit den Behörden, mit denen sie in Kontakt stehen – rund 35 Prozent sind eher oder sehr unzufrieden. Die Klage über zu lange Bearbeitungszeiten bei Anträgen bleibt mit 74 Prozent zwar hoch, ist im Vergleich zum Vorjahreswert von 85 Prozent aber gesunken.
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