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Mini Countryman Untamed Edition: Sonderedition für Schlechtwege-Reisen
Mit Traktionsreifen, Höherlegung und passendem Zubehör-Dachzelt will Mini sein SUV Countryman in allen relevanten Motorisierungen als Reisewagen vermarkten.
Mini bringt mit der Untamed Edition wieder eine schlechtwegetaugliche Variante des Countryman in allen relevanten Motorisierungen auf den Markt. Die erste Auflage von 2022 setzte noch vor allem auf optische Akzente, All-Terrain-Kompletträder gab es damals nur als Zubehör. Jetzt kommen Pneus, die mehr Grip bieten sollen, und eine Höherlegung serienmäßig ab Werk hinzu.
Das Auto ist eine gute Basis als Reisewagen, denn ganz im Gegensatz zum Markennamen handelt es sich beim Countryman um ein SUV-Modell, das in etwa das Format eines BMW X1 hat. Platz für Mensch und Gepäck ist reichlich vorhanden. Flankiert wird das Angebot von passendem Zubehör, das ein Dachzelt des italienischen Herstellers Autohome und eine Camping-Kollektion von Helinox umfasst. Die Sonderausgabe will Mini prinzipiell mit allen Motoren verkaufen, die aktuell im Countryman angeboten werden. Auf einigen Märkten wird es manche Antriebe aber nicht geben.
Als optisch und technisch am stärksten prägende Veränderung dürfen die grobstolligen Pneus Pirelli Scorpion All Terrain Plus in der Größe 245/45 R19 gelten. Sie sitzen auf eigens für die Edition geschmiedeten 19-Zoll-Leichtmetallrädern und erhöhen die Bodenfreiheit um vier Millimeter. Gemeinsam mit einer Höherlegung um weitere 15 mm verbessern sie spürbar die Freigängigkeit durch günstigere Rampen- und Böschungswinkel.
Was Mini indes nicht modifiziert, ist die straßenoptimierte Federung und Dämpfung. Sie bleibt unverändert steif, obwohl deutlich weichere Stabilisatoren in Verbindung mit einer langhubigen, progressiv weich ansprechenden Federung klare Traktionsvorteile im Gelände böten. Doch das würde Eingriffe nach sich ziehen, die schon aufgrund der Neuabstimmung der Fahrdynamikregelsysteme zu teuer wären.
Selbst die einfache Höherlegung hat bereits Modifikationen einiger Regelparameter erfordert, wie Mini selbst schreibt. Immerhin dürfte sich die Fahrdynamik auf der Straße durch die alleinige Höherlegung kaum verschlechtern. Am ehesten dürfte man wohl den großen Negativanteil des groben Reifenprofils spüren und hören können.
Schutzfolien an Radläufen und Seitenschwellern versprechen weniger Lackschäden. Mini spricht in seiner ersten Ankündigung auch von Unterschutzelementen, doch könnten damit die optischen Elemente vorn und hinten am Wagen gemeint sein und keine wirklich die Mechanik schützenden Blechschilde unter dem Auto.
Die Öffentlichkeitsabteilung betitelt diese Teile als „UnterFAHRschutz“, was eigentlich die Bezeichnung für die Käfige an Lkw ist, welche die Insassen von Pkw bei einem Crash davor schützen sollen, ihren Kopf zu verlieren. Diese unrichtige Bezeichnung ist jedoch inzwischen so weit verbreitet, dass sie als eingebürgert gelten darf. Selbst im deutschsprachigen Zentralorgan der Geländewagenfahrer „OFF ROAD“ kann man es bisweilen schon so lesen.
Aber noch einmal zurück zu den Reifen: Wer ernsthaft längere Schlechtwegestrecken auf seinem Plan hat, sollte ein vollwertiges Ersatzrad mitführen. Der serienmäßig mitgelieferte Behelf mag für Straßen gerade noch ausreichen – im Gelände bekommt man damit in der Regel aber früher Probleme als einem recht sein kann. Ob Mini im Rahmen des Sondermodells einen entsprechenden 1:1-Ersatz oder sogar eine platzsparende Außenhalterung anbieten wird, steht nicht in der Pressemitteilung. Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht, denn die Untamed Edition macht aus dem Mini keinen Geländewagen, sondern ein Auto, das sich auf Feldwegen etwas besser schlägt als die „zivilen“ Modelle.
Damit man auch im Auto nie vergisst, womit man es zu tun hat, sind „Farben, Materialien und Oberflächen im Innenraum von moderner Outdoor-Ausrüstung, natürlichen Texturen und funktionalen Produkten inspiriert.“ Sogar für Fuß- und Kofferraummatten verspricht Mini eine „eigenständige Designsprache“.