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Viel zu viele Bäume gefällt: Baustopp für Rechenzentren von Google in Finnland
Im Norden Finnlands will Google gleich mehrere Rechenzentren errichten, die Arbeiten laufen schon länger. Dabei wurden aber vorzeitig viele Bäume gefällt.
(Bild: Contains modified Copernicus Sentinel data 2026, acquired with Copernicus Browser)
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Ein Tochterunternehmen von Google ist in Finnland aufgefordert worden, umweltverändernde Baumfällungen, Erdarbeiten, Sprengungen und mehr für zwei Rechenzentren zu stoppen, damit die nötige Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen werden kann. Das hat die zuständige Aufsichtsbehörde LVV (Lupa- ja valvontavirasto) in einer Pressemitteilung mitgeteilt und erklärt, dass der Firma namens Tuike Finland dafür eine Frist bis spätestens zum 23. Oktober gesetzt wurde. Bis zum 14. Oktober soll Tuike schriftlich erklären, ob es der Aufforderung folgt. Andernfalls erwägt die Behörde ein Zwangsverfahren, notfalls mit Zwangsgeld. Laut der Helsinki Times hat Google aber bereits versichert, der Vorgabe Folge leisten zu wollen, man habe in gutem Glauben gehandelt und wolle in Muhos auf 130 Hektar Bäume pflanzen. Berichten zufolge geht es einmal um eine mehr als 300 Hektar große Fläche nahe der nordfinnischen Gemeinde Muhos und ein nicht ganz 200 Hektar großes Areal bei Kajaani. Satellitenbilder zeigen das Ausmaß der Arbeiten.
Contains modified Copernicus Sentinel data 2025, acquired with Copernicus Browser
Anfang September hatte Google angekündigt, in den nächsten zwei Jahren mindestens 13 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur in Finnland investieren zu wollen. Die Rede war von drei neuen Rechenzentrumsprojekten im Norden Finnlands. Begründet hat der US-Konzern die Standortwahl unter anderem mit den günstigen Bedingungen dort. Weil Rechenzentren enorme Mengen an Energie und Wasser für die Kühlung ihrer Server sowie viel Platz benötigen, ist Finnland mit seinen niedrigen Temperaturen, dem stabilen Stromnetz und der dünnen Besiedlung besonders attraktiv. Zudem hat Google einen langjährigen Abnahmevertrag für Strom aus Kernenergie abgeschlossen.
Schon Mitte September hatte die größte finnische Naturschutzorganisation Suomen luonnonsuojeluliitto (SLL) darauf aufmerksam gemacht, dass mindestens eine dieser Baumaßnahmen für Googles Rechenzentren illegal sein könnte. Wie der „Finnische Naturschutzverband“ damals ausgeführt hatte, sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung gesetzlich vorgeschrieben, wenn auf einer Fläche von mehr als 200 Hektar Wald dauerhaft gerodet wird. Mindestens bei Muhos sei das der Fall, bei Kajaani könnte dieser Grenzwert ebenfalls überschritten worden sein. Entweder liege hier „grobe Inkompetenz“ oder eine „eklatante Missachtung“ der Gesetze vor. So harsch hat es die LVV jetzt nicht ausgedrückt, aber trotzdem zum Stopp aufgefordert.
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