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Wie sich ein in Israel untergetauchter Palästinenser durchschlägt
Als die Hamas Israel überfiel, hielten sich dort Tausende Palästinenser zur Arbeit auf. Einer von ihnen ist Farid. Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Seine Familie lebt im Gazastreifen.
Farid kocht Tee auf einem alten Gasherd. Die Küche ist in die Jahre gekommen, die Wände sind rissig, die mit Rosen und Sektgläsern bedruckten Kacheln verblichen und gelblich verfärbt. Zucker, Salz und Gewürze stehen in Schraubgläsern im Regal.
"Früher haben wir jeden Freitag gekocht. Jeden Freitag haben wir Makluba mit Hähnchen und Salaten zubereitet", erzählt Farid. Er ist seit dem Überfall der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 in Israel gestrandet. Er erzählt von seinem Leben im Gazastreifen, sagt, dass er seine Frau und seine Kinder vermisst, die dort leben. "Das ist definitiv kein Vergleich, vor allem nicht mit Gaza. Die familiäre Atmosphäre ist ganz anders als das Leben allein oder mit Freunden. Natürlich sind die Stimmung und alles andere auch ganz anders."
Seit sechs Jahren hat der 54-Jährige seine Familie nicht mehr gesehen, sie nicht mehr in den Arm genommen oder mit ihnen gegessen. Damals sei er nach Israel gekommen, um Geld zu verdienen. Im Oktober 2023 war seine Arbeitserlaubnis noch gültig, aber seitdem ist er illegal im Land.
Schätzungen zufolge geht es mehr als 3.000 Menschen aus dem Gazastreifen so wie Farid. Sie sind in Israel und im Westjordanland untergetaucht. Nur ein paar hundert Menschen gelang es, mit einer Hilfsorganisation zurückzukehren. Andere haben sich israelischen Behörden gestellt, weil sie hofften, so zu ihrer Familie zu kommen.
Farid sagt, dass er in Israel besser Geld für die Familie verdienen kann als in Gaza. Er arbeitet illegal und schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. "Das sind Garten- und Hausarbeiten, das Reinigen und Aufräumen von Lagerräumen oder das Schmücken von Bäumen. Es gibt eine Art von Baumschmuck, bei der die Bäume wie Tiere oder Ähnliches geformt werden."
Er zieht dorthin, wo er Arbeit findet, und bleibt nie lange am gleichen Ort. Wo er gerade wohnt, will er nicht öffentlich sagen. Immer wieder falle es ihm schwer, sich bei der Arbeit zu konzentrieren, weil er so abgelenkt von den Sorgen um seine Familie sei. "Manchmal lege ich zum Beispiel etwas irgendwo hin und vergesse es dann. Am Ende suche ich es an einer anderen Stelle, obwohl ich es eigentlich genau dort hingelegt habe. Es liegt daran, dass die Konzentration durch den Stress beeinträchtigt wird."
Am Abend soll bei einer zentralen Veranstaltung in Tel Aviv der Opfer des Hamas-Überfalls gedacht werden.
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Besonders dramatisch sei es im November und Dezember gewesen. "Als meine Frau mich anrief und mir erzählte, dass die Lage sehr schwierig sei, mit Kämpfen und Beschuss überall. Und dann war unser Haus komplett zerstört, genau wie die Häuser unserer Nachbarn und alle Häuser um uns herum."
Regelmäßig telefoniert er per Video mit seiner Familie im Gazastreifen. Auf dem Screen seines Smartphones erscheint sein verschlafener Enkel Zain, der ein Jahr alt ist. Die beiden haben sich noch nie in echt gesehen.