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Sicherheitsstudie: Wenn die Drohne längst verschwunden ist
Deutschland liegt beim Schutz seiner Kritischen Infrastruktur mehr als zehn Jahre zurück, warnt eine Studie. Fachleute fordern bessere Absprachen zwischen Katastrophenschutz, Drohnen- und Cyberabwehr.
Eine Drohne kreist über einem sicherheitsrelevanten Werksgelände in Bremen. Der Betreiber erkennt das Fluggerät, sogar den mutmaßlichen Standort des Piloten. Doch eingreifen darf er nicht. Bis die Polizei eintrifft, ist die Drohne verschwunden.
Für die Autoren einer neuen Sicherheitsstudie ist dieses Beispiel symptomatisch für ein größeres Problem: Nicht fehlende Technik oder fehlendes Wissen seien die größte Schwäche Deutschlands, sondern die Übergänge dazwischen. Studienleiter Bernhard Steimel sagt dazu: "Vorhandene Fähigkeiten müssen so verbunden werden, dass aus Lageinformationen Entscheidungen und aus Entscheidungen rechtzeitig Wirkung entsteht."
Die Untersuchung des Bonner Sicherheitsnetzwerks AFCEA kommt zu einem ernüchternden Befund: Deutschland liege beim Aufbau eines gesamtstaatlichen Sicherheitsökosystems in wichtigen Bereichen mehr als zehn Jahre zurück. Informationen, Zuständigkeiten und Einsatzmittel griffen häufig nicht schnell genug ineinander. Zeit gehe zwischen Warnung, Entscheidung und Umsetzung verloren, eine "Verkettungslücke".
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26.03.2026
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Die Befragten der Untersuchung sehen deutliche Defizite. Es sind verantwortliche Menschen aus Bundeswehr, Politik, Rüstungsindustrie oder Betreiber aus der Kritischen Infrastruktur. 61 Prozent halten Deutschland in komplexen Krisenlagen für eingeschränkt handlungsfähig, weitere 15 Prozent sogar für nicht handlungsfähig. Keiner bewertet das Land als vollständig handlungsfähig.
Die Studie stützt sich auf 55 Tiefeninterviews mit 61 Gesprächspartnern, eine Online-Befragung von 72 Fachleuten sowie den Vergleich internationaler Ansätze.
Für Generalmajor Armin Fleischmann, Vorsitzender von AFCEA Bonn, liegt ein Kernproblem in der Zusammenarbeit zwischen Behörden und Organisationen. "Ein ressortübergreifendes Lagebild gibt es bis heute nicht. Gemeinsame Strukturen wie das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum entstanden mühsam und meist als Reaktion auf konkrete Anlässe", sagt Armin Fleischmann.
Noch deutlicher formuliert der Generalmajor die strukturellen Defizite: "Verantwortliche Stellen sind technisch nicht interoperabel. Rechtliche Schranken greifen. Organisationen arbeiten in Silos. Vertrauen und Anreize zum Informationsaustausch fehlen." Vorhandene Fähigkeiten seien zwar grundsätzlich vorhanden, würden aber über Organisationsgrenzen hinweg zu selten miteinander verbunden.