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Friedensnobelpreis für südafrikanische Juristin Navi Pillay
Gegen Menschenrechtsverletzungen und für das Völkerrecht: Mit dem Friedensnobelpreis wird in diesem Jahr die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay geehrt.
Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die südafrikanische Juristin Navanethem Pillay. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. Pillay werde „für ihre Bemühungen um die Förderung des Friedens und des Völkerrechts“ geehrt, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes.
„Die diesjährige Preisträgerin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord strafrechtlich verfolgt werden.“ Sie sei eine der wichtigsten Rechtsexperten unserer Zeit, sagte Frydnes.
Pillay war laut dem Nobelpreiskomitee Richterin am Obersten Gerichtshof Südafrikas, am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof. Sie amtierte als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte und leitete die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UN zu den besetzten palästinensischen Gebieten.
„Leider haben wir Navi Pillay nicht erreicht“, sagte Frydnes. Deshalb schickte er einen Aufruf an die Preisträgerin: „Wenn du eine norwegische Nummer anrufen siehst, geh bitte dran, wir würden liebend gerne mit dir sprechen.“
Der Friedensnobelpreis gilt als wichtigste Auszeichnung der Welt. 2025 hatte ihn die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado bekommen. Im Nachhinein gilt die Vergabe aber als umstritten: Machado widmete ihre Auszeichnung Donald Trump und schenkte ihm symbolisch auch ihre Nobelmedaille. Offiziell weitergeben kann Machado den Preis laut Nobel-Regeln nicht.
In diesem Jahr waren insgesamt 287 Kandidaten für den Friedensnobelpreis nominiert – und damit deutlich weniger als 2025. Vorschläge für Preisträger können etwa Kabinettsmitglieder, Universitätsprofessoren, Staatsoberhäupter oder frühere Preisträger machen. Unter den Nominierten waren diesmal 208 Personen und 79 Organisationen.
Wie die anderen Nobelpreise ist der Friedensnobelpreis in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen und damit einer Million Kronen mehr als im Vorjahr dotiert. Umgerechnet entspricht das aktuell rund einer Million Euro.
In den vergangenen Tagen sind bereits Preisträger in den Kategorien Medizin (Peter Hegemann, Georg Nagel und Karl Deisseroth), Physik (Francis Halzen), Chemie (Henri Kagan und Kenso Soai) sowie Literatur (Anne Carson) verkündet worden.
Am Montag folgt als letzte Auszeichnung noch der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel. Offiziell ist die Auszeichnung kein Nobelpreis, weil sie nicht auf das Testament des schwedischen Industriellen und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Sie wird aber traditionell nach den Nobelpreisen vergeben.