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Vorläufiger Mondforschungsbericht für Artemis II veröffentlicht
Fünf winzige Lichtblitze auf der dunklen Mondseite haben die Astronauten von Artemis II während einer Sonnenfinsternis beobachtet. Ein neuer NASA-Forschungsbericht ordnet sie als Einschläge kleiner Meteoroiden ein. Die Aufzeichnungen könnten helfen, das Risiko solcher Treffer für künftige Mondstationen besser zu verstehen. Wie häufig sie auftreten, lässt sich daraus allein noch nicht verlässlich ableiten.
Washington (U.S.A.). Der Mond besitzt keine schützende Lufthülle. Kleine Gesteinsbrocken aus dem All treffen deshalb nahezu ungebremst auf seine Oberfläche. Bei einem Einschlag wird ein Teil der Bewegungsenergie in Licht und Wärme umgewandelt. Solche kurzen Lichtblitze sind selbst von der Erde aus unter günstigen Bedingungen zu beobachten, aber sie sind äußerst schwer zu erfassen.
Während ihres Mondvorbeiflugs am 6. April 2026 hatten die vier Astronauten von Artemis II dafür einen besonderen Beobachtungsplatz. Die Raumkapsel Orion befand sich auf der Mondrückseite, als der Mond für die Besatzung die Sonne verdeckte. Die totale Sonnenfinsternis dauerte dort 54 Minuten und ließ schwache Lichtphänomene sichtbar werden, die im Sonnenlicht untergegangen wären.
Ein Wissenschaftsteam der National Aeronautics and Space Administration (NASA) um Dr. Kelsey E. Young vom Goddard Space Flight Center (GSFC) hat die Aufzeichnungen nun in einem vorläufigen Forschungsbericht zusammengeführt. Grundlage sind Fotografien, mündliche Beschreibungen und handschriftliche Markierungen der Besatzung sowie ergänzende Missionsdaten. Die NASA stellte den Bericht und einen großen Teil des wissenschaftlichen Datenarchivs am 7. Oktober 2026 öffentlich bereit.
Bei der Mondpassage meldeten die Astronauten fünf punktförmige Lichtblitze auf der unbeleuchteten Oberfläche. Die Raumkapsel war zu dieser Zeit ungefähr 74.000 Kilometer vom Mond entfernt. Drei Besatzungsmitglieder hielten die vermuteten Positionen auf einer digitalen Monddarstellung fest. Einige Beobachtungen wurden von mehreren Personen unabhängig voneinander gemeldet.
Die Wissenschaftler prüften auch andere mögliche Ursachen der Lichtpunkte, darunter kosmische Strahlung und Spiegelungen an der Raumkapsel. Nach dieser Überprüfung werteten sie die fünf Ereignisse als Lichtblitze durch Meteoroideneinschläge. Die Funde gehören nach NASA-Angaben wahrscheinlich zu den schwächsten solchen Ereignissen, die Menschen jemals mit bloßem Auge erkannt haben.
Aus der Helligkeit schätzt das Team, dass die auftreffenden Brocken höchstens ungefähr fünf Zentimeter groß waren. Trotz dieser geringen Größe können sie wegen ihrer hohen Geschwindigkeit beim Aufprall kurz aufleuchten. Die Abschätzung ist vorläufig, denn die Astronauten haben die Körper nicht direkt vermessen und keine Einschlagsreste geborgen.
„Es ist wie ein kurzes Plopp!“, beschrieb Jeremy Hansen von der Canadian Space Agency (CSA) einen der Lichtblitze.
Die Beobachtungen sind auch für den Bau künftiger Mondstationen relevant. Ohne Atmosphäre können schon kleine Körper auf der Mondoberfläche einschlagen und dabei Material aufwirbeln. Die fünf Lichtblitze liefern zusätzliche Hinweise auf diese Gefährdung, genügen für sich genommen aber weder für eine zuverlässige Einschlagsstatistik noch für eine konkrete Risikoprognose.
Neben den Lichtblitzen registrierte die Besatzung feine Farbunterschiede auf der Mondoberfläche. Die Astronauten beschrieben graue, braune, grünliche und bläuliche Bereiche, die auf unterschiedliche Materialien und geologische Prozesse hindeuten können. Die NASA bringt bläuliche Töne beispielsweise mit titanreichen vulkanischen Gesteinen und grünliche Partien mit Glas aus Vulkanismus oder Einschlägen in Verbindung.