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Spaniens König in Ceuta: Spuren beseitigt, Problem weggeschoben
Der spanische König besucht für zwei Tage die Enklave Ceuta. Vor seiner Anreise wurden Strände und Straßen geräumt, wo Migranten über Wochen ausgeharrt hatten. Was also wird Felipe VI. in Ceuta sehen können?
An der Playa del Trampolín wird aufgeräumt. Reinigungstrupps in gelben Leuchtwesten beseitigen die Reste der improvisierten Zeltstadt, in der wochenlang Tausende Migranten ausgeharrt hatten.
Sie fegen Schilfrohr zusammen, Baumaterial für notdürftige Hütten, sammeln Plastikwasserflaschen und andere Überbleibsel ein und verstauen alles in unzählige schwarze Müllsäcke. Ein grün-silberner Pickup-Truck, der schon bessere Tage gesehen hat, bringt Ladung um Ladung der schwarzen Säcke zu riesigen grünen Abrollcontainern.
Die Polizei hatte den Strand vor gut einer Woche endgültig geräumt, doch in den Felsen der Uferböschung werden an diesem Vormittag zwei Migranten entdeckt, die sich dort versteckt hatten. Ein Transporter der alarmierten Guardia Civil fährt mit ihnen davon.
Ende Juli kamen binnen Stunden Zehntausende Migranten nach Ceuta. Der spanische Geheimdienst hatte davor gewarnt.
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Jorge González entgeht nichts, was sich auf dem Strand abspielt, sein strahlend weißes Haus thront an einem Hang über der kleinen zweispurigen Straße zwischen dem Strand und seinem Grundstück. Ein Refugium für den Ruhestand mit seiner Frau Marisa.
"Strand der Schande" steht auf einem gelb-roten Transparent, das die beiden zur Straßenseite vom Terrassengeländer aufgehängt haben. Die Aufräumarbeiten am Strand kommentiert Jorge nicht ohne Bitterkeit.
An diesem Dienstag komme ja der spanische König nach Ceuta - "und sie wollen, dass der, obwohl er ja wissen dürfte, was hier los war, bei seinem Besuch sieht, dass es hier nichts zu sehen gibt". 4.000 bis 5.000 Menschen, schätzt González, seien von hier in andere Stadtteile weggebracht worden - "und damit das Problem einfach weggeschoben".
In dem provisorischen Lager "El Guano" in der Nähe des Trampolin-Strandes in Ceuta hatten viele Migranten ausgeharrt. Vor dem Besuch des Königs wurde es geräumt - zum Abtransport teilten Polizisten die Migranten in Gruppen ein.
Das Königspaar dürfte das Ergebnis gar nicht direkt zu Gesicht bekommen. Das offizielle Programm sieht keinen Besuch an einem der Strände vor - und auch nicht in einem Industriegebiet nahe der Grenze zu Marokko.