// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Rüstungsindustrie: Engere deutsch-türkische Zusammenarbeit?
Die Zusammenarbeit bei Waffen- und Rüstungsgütern zwischen Deutschland und der Türkei ist eher gering. In Ankara versuchen Unternehmer nun auf der 4. Deutsch-Türkischen Wirtschaftskonferenz, diese zu vertiefen.
Im Februar 2024 war es dann so weit: der Jungfernflug des Tarnkappenjägers KAAN. Eine Maschine, "Made in Türkiye". Nur das Triebwerk muss aus den USA zugekauft werden - noch. Die türkische Rüstungsindustrie hat enorme Fortschritte gemacht. Längst ist nicht nur die legendäre Bayraktar Kampf- und Aufklärungsdrohne ein Exportschlager, sondern auch Lenkflugkörper und Korvetten.
Das weckt Interesse - sowohl bei Staaten, die in Rüstung investieren, wie Deutschland, als auch bei deutschen Unternehmen. Jahrelang tat sich Deutschland mit Rüstungsexporten in die Türkei schwer. Türkische Aggressionen gegenüber Nachbarländern und Repressionen gegen die eigene Bevölkerung wogen in dieser Frage schwerer als die NATO-Partnerschaft.
Die Türkei hat diese Phase genutzt, selbst Waffensysteme zu entwickeln, die inzwischen international konkurrenzfähig und interessant für die Verbündeten sind. So steht die 4. Deutsch-Türkische Wirtschaftskonferenz in Ankara ganz im Zeichen der Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie. Erklärtes Ziel der Veranstaltung ist es, bestehende Kooperationen zu vertiefen und neue Partnerschaften auszuloten.
Die Regierung hat im September Sperren gegen knapp 1.300 X-Accounts angeordnet. Redaktionen wehren sich.
mehr
Florian Gleich von Renk Germany ist deshalb extra nach Ankara gekommen. Renk mit Sitz in Augsburg ist einer der ganz Großen der Branche, baut unter anderem das Getriebe für den Leopard-II-Panzer.
Früher lieferte die Firma auch in die Türkei, dann verhängte die Bundesregierung Exportbeschränkungen. Seitdem habe sich viel getan in der Türkei, sagt Renk-Manager Gleich: "Der große Unterschied zu vorher ist, dass es nicht mehr eine Käufer-Verkäufer-Beziehung ist, sondern es geht in Richtung Partnerschaft. Wir wollen zusammenarbeiten. Wir haben Know-how und die Türkei hat Produktionskapazitäten."
Hintergrund
07.02.2024
Der Augsburger Rüstungszulieferer Renk will im zweiten Anlauf an die Börse gehen.
mehr
"Made in Germany" stehe immer noch für Qualität - und die Türkei wiederum habe Zugang zu neuen Absatzmärkten, beispielsweise in Afrika, sagt Sevket Ünal, Vizepräsident für internationale Geschäftsentwicklung bei Havelsan.