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„Ich schäme mich“: Garry's-Mod-Schöpfer zieht bei s&box die Reißleine
Facepunch räumt Fehler ein und baut seinen Garry's-Mod-Nachfolger grundlegend um.
Mit s&box wollte Facepunch nicht einfach nur ein neues Garry's Mod entwickeln. Die auf Valves Source 2 basierende Plattform sollte Spielern und Entwicklern zugleich eine Umgebung bieten, in der sie eigene Spiele erstellen, veröffentlichen und direkt ausprobieren können.
Seit dem Steam-Start am 28. April 2026 läuft es allerdings nicht so, wie sich Garry Newman das vorgestellt hatte. Gerade einmal 45 Prozent der bisherigen Steam-Rezensionen fallen positiv aus. Auch die Bindung der Spieler lässt laut Newman zu wünschen übrig. Nun zieht der Garry's-Mod-Erfinder eine bemerkenswert schonungslose Bilanz.
„Ich schäme mich für unsere Bewertungen“, schreibt Newman in einem ausführlichen Beitrag auf der offiziellen Webseite. Es sei kein Geheimnis, dass es mit s&box bislang nicht gut laufe. Facepunch habe das negative Feedback der vergangenen Monate ausgewertet und einige grundsätzliche Entscheidungen getroffen.
Das größte Problem sieht Newman in der bisherigen Ausrichtung. Facepunch habe sich vor allem auf die Engine und die Entwicklungswerkzeuge konzentriert. Genau diese Arbeit mache dem Team zwar Spaß, gehe aber am eigentlichen Produkt vorbei: „Wir verkaufen keine Engine, wir verkaufen ein Spiel.“ Künftig soll deshalb deutlich stärker im Mittelpunkt stehen, was normale Spieler mit s&box tatsächlich erleben.
Dazu gehört vor allem der hauseigene Sandbox-Modus. Er soll funktional zunächst mit Garry's Mod gleichziehen und dieses langfristig übertreffen. Geplant sind unter anderem mehr NPCs, Fahrzeuge, eine bessere Multiplayer-Erfahrung sowie umfangreichere Möglichkeiten für Add-ons und Anpassungen.
Newman nimmt die bisherigen Defizite ausdrücklich auf seine Kappe. Spieler, die genau eine solche moderne Version von Garry's Mod erwartet hätten, habe er enttäuscht.
Auch das bisherige Konzept für die "Entdeckung neuer Spiele" verwirft Facepunch. Newman hatte sich s&box nach eigener Aussage als eine Art „Netflix für Spiele“ vorgestellt: eine Plattform, auf der Nutzer aus einer großen Menge von Community-Projekten auswählen.
In der Praxis habe das nicht funktioniert. Gerade durch schnell produzierte, qualitativ schwache Inhalte sei die Auswahl inzwischen so groß, dass gute Spiele darin untergingen. Statt möglichst viele Projekte auf der Plattform zu versammeln, will Facepunch deshalb stärker kuratieren und populäre sowie hochwertige Spiele hervorheben.
Auch der Play Fund wird entsprechend umgebaut. Entwickler können künftig nicht mehr automatisch daran teilnehmen, sondern müssen sich bewerben. Facepunch will damit verhindern, dass simple Clicker, Idle-Spiele und schnell zusammengebastelte Inhalte durch das System belohnt werden.