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US-Werk als Gegenleistung: SK Hynix will US-Lizenz für NAND-Produktion in China
Die US-Tochter von SK Hynix, Solidigm, will ungenutzte Flächen im chinesischen Werk Dalian für die NAND-Fertigung nutzen und benötigt dafür eine US-Exportlizenz. Als Gegenleistung wird der Bau einer NAND-Fabrik in den USA gehandelt.
Reuters beruft sich in ihrem Bericht auf „zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen“. Demnach plane Solidigm in Dalian weiteren NAND-Flash-Speicher für SSDs zu produzieren, die hinterher in Rechenzentren eingesetzt werden sollen, die für KI und Cloud Computing genutzt werden. Um den bislang ungenutzten Bereich des Werks in Betrieb zu nehmen, benötigt Solidigm aber eine US-Genehmigung für den Export von weiteren Anlagen zur Chipfertigung nach China.
Bestätigt sind die Gerüchte bislang zwar nicht, aber der KI-Boom scheint SK Hynix neuen Spielraum bei Verhandlungen mit den USA zu bieten. Noch vor Kurzem wäre eine solche Ausnahmegenehmigung angesichts der Exportbeschränkung gegenüber China undenkbar gewesen.
China steht seit Jahren auf einer schwarzen Liste der USA für den Bezug ausländischer Ausrüstung, um den technologischen Fortschritt des Landes zu bremsen.
Der chinesische Halbleiterhersteller SMIC ist deshalb auf ältere DUV-Anlagen statt fortschrittliche EUV-Technik angewiesen, nachdem ASML seine Lieferungen nach China einschränken musste. Aktuell können Chips deshalb minimal in 7 nm gefertigt werden. Unternehmen wie Huawei versuchen, den technologischen Rückstand in der Fertigungstechnik durch neue Chipdesign- und Packaging-Verfahren wie das Verschmelzen verschiedener Chips zu einem Komplettpaket auszugleichen – und vermelden erste Erfolge.
Der Ausbau des Werks in Dalian gilt intern den Gerüchten zufolge als die einzige praktikable Lösung, um die NAND-Produktion möglichst schnell zu erhöhen. Eine Fabrik in den USA wäre zwar eine weitere Option, würde aber Jahre dauern und Milliardenbeträge kosten. Auch ein Börsengang sei erwogen worden, um Kapital für die Produktion einzusammeln.
Als Gegenleistung für die Exportlizenz steht eine NAND-Fabrik in den USA im Raum, die auch aus der zusätzlichen Produktion in China finanziert werden könnte. Für die USA wäre dies eine Möglichkeit, eigene Produktionskapazitäten zu schaffen. Die Erteilung einer Exportlizenz dürfte deshalb auch stark davon abhängig sein, wie endgültig die Zusage zu einer US-Fabrik ausfällt, damit Solidigm diese später nicht umgehen kann. Bis die NAND-Fabrik in den USA ihren Betrieb aufnehmen könnte, könnte der Speicherboom nämlich bereits wieder vorbei sein.
Ob sich die USA auf eine solche Vereinbarung einlassen, sei derzeit allerdings noch völlig offen.
Solidigm war Ende Dezember 2021 aus dem Verkauf der NAND-Sparte von Intel an SK Hynix entstanden.