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Wie gut ist Warhammer 40K: Boltgun 2?: Gute Spiele können ganz einfach sein
Manchmal sind die besten Dinge auch die einfachsten Dinge. Warhammer 40K: Boltgun 2 gehört dazu. Es kann nur eine Sache, die aber richtig gut und zeigt, dass Shooter-Action wie früher noch immer zeitgemäß sein kann.
Boltgun 2 weiß genau, was es sein will. Der Titel ist ein klassischer Shooter. Dämonen dort, Menschheit in Gefahr hier, der Auftrag: Purge! Große Erklärungen: Unnötig. So wie damals im ersten Doom passt die Geschichte auf einen Bierdeckel. Warhammer-Fans bekommen obendrein eine Sightseeing-Tour mit jeder Menge Chaos zum Anschauen. Die Zukunft ist schließlich düster, die Szenerie bedrückend.
Dem steht die zweite Seite von 90er-Shootern gegenüber, den bis zur Selbstironie reichenden Hang zur Übertreibung. Per Druck des Taunt-Buttons äußert sich die Hauptfigur wieder zum Spielgeschehen. Ein markiges, an den Begleiter gerichtetes „Skull, find me more Traitors to slay!" passt perfekt in die Szenerie. Der fliegende Schädel kommentiert seinerseits trocken und fängt ein wenig den Geist eines Duke Nukem ein.
Aber das ist schmückendes Beiwerk. Eigentlich geht es um ein schnelles Kugelballett. Es wird zu einer Mischung aus Ausweichen und Dauerballern. Boltgun 2 inszeniert sie geschmeidiger als im Vorgänger. Dafür sorgen viele keine Stellschrauben wie Spezialfähigkeiten, die die Mobilität und den Spielfluss erhöhen, ohne grundsätzlich Vertikalität zu erfordern. Der Shooter vermeidet es so, sich modernen Shootern annähern zu müssen, wie das ein Turbo Overkill tut, und verweigert den Brückenschlag in die Moderne.
Für den Spaß reicht es, klassische Elemente zu verbessern. Ein wenig mehr Plattforming, versteckte Power-Ups, die spielerisch einen deutlichen Unterschied machen, das reicht schon. Dass sich der Spielablauf irgendwann wiederholt lässt sich kaum vermeiden. Ist das „veraltet“ wie die GameStar schreibt? Im Gegenteil, der Unterhaltungswert ist hoch, die Grafik super. Man kommt nicht umhin zu bemerken, dass gerade die Abkehr vom Pseudorealismus Voraussetzungen für bewusste, gut lesbare Darstellung schafft, die schnelle Reaktionen erleichtert. Die Grafik ist einfach, aber dadurch kein Stück weniger gelungen oder atmosphärisch.
Boltgun 2 ist ein perfektes Kopf-frei-Spiel. Hirn aus, Dauerfeuer an. Reicht. So wird der Shooter auch wortwörtlich, das, was im Englischen eine „bloody good time“ genannt wird. Die reicht für ein Level hier und da, für kürzere Sitzungen, ein Spiel für den ganzen Abend wird daraus nicht. Muss es das, um Spaß zu machen? Genauso wenig wie eine Tiefkühlpizza ein Gourmetessen ersetzen muss – sie kostet auch nicht das Gleiche. Schmecken kann sie trotzdem, das Unterstreichen der Metacritic-Schnitt von 81 Punkten und „sehr positive“ Wertungen auf Steam.