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Selenskyj beim EU-Gipfel: Unterstützung für die Ukraine ohne USA?
Die Gräben zwischen den USA und der Ukraine scheinen immer größer zu werden. Selenskyj wendet sich mit einer Grundsatzfrage an die EU-Staaten - die haben militärische, finanzielle und politische Probleme.
Über eine Stunde lässt der ukrainische Präsident Selenskyj den voll besetzten Presseraum im Justus-Lipsius-Gebäude warten. Es habe noch Gesprächsbedarf mit den europäischen Staats- und Regierungschefs gegeben, sagt sein Pressesprecher zur Entschuldigung, als es endlich losgeht.
Wer Selenskyj danach richtig zuhört, der versteht sofort, worin der große Gesprächsbedarf bestanden hat. Selenskyj macht heute eine grundsätzliche Frage auf, die die EU, so gut es geht, seit Jahren vermeidet: Kann die Europäische Union die Ukraine allein unterstützen - militärisch, finanziell, politisch?
FAQ
15.10.2026
Die Ukraine ist im Krieg stark auf die Zusammenarbeit mit den USA angewiesen. Doch der Austausch stockt.
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Denn: Die Verwerfungen zwischen Washington und Kiew sind im Moment riesig, die USA drohen jetzt vollständig, als Unterstützer der Ukraine auszufallen - sie wenden sich im Gegenteil Moskau zu. Präsident Donald Trump hat Sanktionen gegen Russland ausgesetzt, um billigen Treibstoff zu bekommen. Er kritisiert die Ukraine für ihre Taktik, Russlands Raffinerien und Pipelines anzugreifen - und das Weiße Haus hat anscheinend zumindest teilweise die technische Unterstützung für die Ukraine eingestellt.
Das Abschalten des militärischen Teils der amerikanischen Starlink-Satelliten ist nicht einfach ein Versehen, es trifft Kiew an einem empfindlichen Punkt: Ohne diese Augen im All ist die Vorwarnzeit bei russischen Angriffen sehr kurz, ukrainische Abfangdrohnen funktionieren ohne Starlink nur ungenügend, die Einschläge auch in der ukrainischen Hauptstadt nehmen zu.
Eine russische Rakete hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Selenskyj ein Heizkraftwerk in Kiew getroffen.
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Selenskyj verbindet seine kritischen Aussagen zu Washington heute immer mit einer demonstrativen Hinwendung an die EU: Die Europäer seien die verlässlichen Verbündeten der Ukraine. Schon am Morgen nennt er ihre Staats- und Regierungschefs die "wahren Führer der freien Welt". Es gibt nicht wenige hier, die das sehr gern hören.
Der ukrainische Präsident zeigt aber auch sofort die Konsequenzen auf: Wenn die USA jetzt droht, als Verbündeter vollständig auszufallen, muss Europa handeln, soll der Krieg nicht verloren gehen. Die Forderungen sind ganz konkret: Man habe "Patriot"-Batterien zur Verteidigung der großen ukrainischen Städte stationiert, dafür brauche es jetzt die PAC2- und PAC3-Raketen, die die US-Amerikaner gerade in großen Mengen am Persischen Golf verbrauchen.