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Hubble zeigt die Kante der Spiralgalaxie NGC 1827
Galaxie von der Seite: Eine neue Aufnahme des Weltraumteleskops Hubble zeigt NGC 1827 als leuchtendes, von dunklen Staubstreifen durchzogenes Band. Bläuliche Regionen deuten auf Gebiete hin, in denen wahrscheinlich neue Sterne entstehen. Das Bild ist zugleich Teil einer groß angelegten Durchmusterung kleiner Begleitgalaxien, deren Eigenschaften helfen sollen, kosmologische Modelle zu überprüfen.
Greenbelt (U.S.A.). Spiralgalaxien sind flache Sternsysteme, deren Erscheinungsbild stark von der Blickrichtung abhängt. Von vorn lassen sich ihre Arme erkennen, von der Seite hingegen bildet die Scheibe eine schmale Leuchtspur. Bei NGC 1827 im Sternbild Taube blickt Hubble nahezu entlang dieser Scheibe. Die Galaxie liegt nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde rund 37 Millionen Lichtjahre entfernt.
Die neue Aufnahme lässt die Staubschichten besonders gut hervortreten: Sie zeichnen sich als lange, dunkle Streifen vor dem hellen Sternenlicht ab. Eine vollständige Draufsicht auf die Spiralarme liefert diese Perspektive dagegen nicht. Dafür ist die Ausdehnung der dünnen Galaxienscheibe gut zu erkennen.
Erstellt wurde das Bild mit der Advanced Camera for Surveys (ACS), einer auf großflächige Beobachtungen ausgelegten Hubble-Kamera. Rostbraune Staubbänder durchziehen die Scheibe über weite Strecken. Dazwischen zeichnen sich hellblaue Regionen ab, in denen sich nach der bisherigen Deutung wahrscheinlich neue Sterne bilden.
Ein auffälliger heller Stern links neben dem zentralen Lichtwulst könnte leicht der Galaxie zugerechnet werden. Tatsächlich steht er im Vordergrund und gehört nur zufällig zum selben Bildausschnitt. Seine vier kreuzförmigen Lichtspitzen entstehen durch Beugung an den Halterungen des Hubble-Sekundärspiegels. Sie verraten damit etwas über das Teleskop und nicht über die Form der fernen Galaxie.
Doch NGC 1827 ist kein isoliertes Fotomotiv. Die Aufnahme gehört zum Forschungsprogramm Hubble Census of Nearby Satellites (HCNS), das im Hubble-Archiv unter der Kennung 18061 geführt wird. Als wissenschaftlich Verantwortlichen nennt der offizielle Projektantrag Michael Gordon Jones vom California Institute of Technology (Caltech).
Das Programm soll 260 kleinere Satellitengalaxien rund um 22 größere Sternsysteme erfassen, die der Milchstraße ähneln. Für 111 dieser Begleiter existieren bereits ältere Hubble-Aufnahmen. Weitere 149 sollen mit jeweils einem zusätzlichen Teleskopumlauf beobachtet werden, wie die Projektunterlagen erläutern.
Die 22 untersuchten Hauptgalaxien liegen den Programmangaben zufolge innerhalb von ungefähr 32 Millionen Lichtjahren. Die Entfernung von rund 37 Millionen Lichtjahren zu NGC 1827 bezeichnet dagegen die fotografierte Begleitgalaxie. Die beiden Distanzangaben beziehen sich somit auf unterschiedliche Objekte.
Gerade die lichtschwachen Trabanten größerer Galaxien sind für Astronomen aufschlussreich. Ihre Häufigkeit und Eigenschaften lassen sich mit Vorhersagen kosmologischer Modelle vergleichen. Auf kleinen räumlichen Skalen stimmen diese Vorhersagen und astronomische Beobachtungen bislang nicht immer vollständig überein.
Die Hubble-Daten sollen daher mehr liefern als attraktive Einzelbilder. Aus ihnen wollen die Wissenschaftler die Größen, Formen und Helligkeiten der Satellitengalaxien bestimmen. Weitere Analysen sollen zeigen, wann diese Systeme Sterne gebildet haben und wann ihre Sternentstehung zurückging oder endete.