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Everpure, aka Pure Storage: Von Storage zur Datenintelligenz
Mit neuen Funktionen für Datenklassifizierung und KI-Agenten baut Everpure seine Storage-Plattform aus. Dahinter steht ein strategischer Kurswechsel.
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Pure Storage hat sich in Everpure umbenannt. Unter diesem Namen will sich das Unternehmen vor allem als Anbieter für unternehmensweites Datenmanagement positionieren. Hierzu gab es mit der Enterprise Data Cloud (EDC) bereits ein Angebot, bei dem die Speicherressourcen über eine zentrale Steuerungsebene zusammengefasst und richtlinienbasiert verwaltet werden. Jetzt rückt mit „Data Intelligence“ eine Software in den Mittelpunkt, die die Nutzung verteilter Unternehmensdaten durch KI-Agenten erleichtern soll. Die technische Grundlage dafür stammt von 1touch, einem Spezialanbieter für Datenmanagementsoftware, dessen Übernahme Everpure bereits im Februar angekündigt hatte.
Data Intelligence soll laut Everpure strukturierte und unstrukturierte Daten über unterschiedliche Speicherorte hinweg erfassen, klassifizieren und mit Metadaten sowie semantischem Kontext anreichern. Unterstützt werden unter anderem SMB- und NFS-Dateifreigaben sowie S3-Objektspeicher. Knapp 300 Konnektoren ermöglichen laut Everpure die Anbindung an die Speichersysteme anderer Hersteller, an SaaS-Anwendungen wie Salesforce und ServiceNow sowie an Mainframes. Die Informationen müssen dafür nicht in einen zentralen Datenspeicher übertragen werden. Stattdessen soll eine übergreifende Sicht auf die verteilten Bestände entstehen.
Neu hinzugekommen ist eine File Intelligence, die unter anderem Zugriffsberechtigungen und das Alter von Dateifreigaben analysiert. Damit sollen sich ungenutzte Datenbestände und überflüssige Berechtigungen identifizieren lassen. Über die ebenfalls neue Integration des Model Context Protocol (MCP) können KI-Agenten und Sicherheitstools Datenkataloge abfragen, um relevante Informationen zu finden oder deren Vertraulichkeitsklasse zu ermitteln. Der Zugriff auf die Metadaten berechtigt die Agenten allerdings nicht automatisch, auch die zugehörigen Daten auszulesen.
Die Bereitstellung von Data Intelligence soll künftig über Everpures Managementkonsole Pure1 erfolgen. Damit soll die bisher erforderliche separate Managementinfrastruktur entfallen. Ergänzend ermöglichen Webhooks die Einbindung in automatisierte Workflows.
Der Ausbau des Datenmanagements ist vor allem auf die Anforderungen generativer KI und autonomer Agenten ausgerichtet. Diese Systeme benötigen nicht nur die Daten an sich, sondern auch Angaben zu deren Bedeutung, Beziehungen, Aktualität und Verwendbarkeit. Laut Gartner können Unternehmen, die bei der Bereitstellung KI-tauglicher Daten auf semantischen Kontext setzen, die Genauigkeit ihrer KI-Agenten um bis zu 80 Prozent erhöhen und die Kosten um bis zu 60 Prozent reduzieren.
Markus Grau, Enterprise Architect bei Everpure, verwies in einer Presseveranstaltung darauf, dass Unternehmensinformationen häufig mehrfach und in unterschiedlicher Qualität vorliegen. Erst durch ihre Kontextualisierung ließen sich Beziehungen erkennen und die Informationen gezielt für KI-Anwendungen bereitstellen. Data Intelligence übernimmt dabei die Erkennung und Einordnung der Bestände. Für die anschließende Verarbeitung und Bereitstellung, etwa über RAG-Pipelines, setzt Everpure ergänzende Komponenten wie Data Stream ein.
Mit dem Ausbau in Richtung Datenmanagement folgt Everpure einer branchenweiten Entwicklung. Gartner spricht vom Übergang von der „Data Gravity“ zur „Semantic Gravity“: Nicht mehr die physische Zentralisierung von Informationen, sondern ihre gemeinsame semantische Einordnung über verteilte Systeme hinweg rückt in den Mittelpunkt. Auch Everpure bezeichnet seine neue datenorientierte Strategie als „Data Primacy“. Anstelle der bislang vorherrschenden anwendungszentrierten IT-Architektur sollen künftig die Daten selbst zum Mittelpunkt werden.
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