// HEISE ONLINE — GAMING
Netflix wächst weiter und erfüllt externe Erwartungen, Aktie fällt trotzdem
Umsatz und Gewinne von Netflix steigen weiter, doch Ausblick und Werbezahlen enttäuschen die Börse. Die angepeilte Milliarde Zuschauer ist noch nicht erreicht.
Netflix hat den Umsatz und die Gewinne im vergangenen Quartal erneut steigern können, wobei die Erwartungen der Wall Street insgesamt erfüllt wurden. Der Streaming-Marktführer begründet dies mit wachsenden Abonnentenzahlen und erhöhten Mitgliedspreisen. Den von Beobachtern befürchteten Aufmerksamkeitsschwund der Zuschauer sieht Netflix nicht, die Kundeninteraktion sei gesund. Der Ausblick zeigt weiteres Wachstum, aber der Werbeumsatz wird 2026 niedriger ausfallen als prognostiziert. Der Aktienkurs bekommt einen kleinen Dämpfer.
Zwar nennt Netflix seit zwei Jahren keine Abozahlen mehr, aber der Streaming-Dienst betont, man nähere sich einer Milliarde Zuschauer. Dieser Meilenstein wurde allerdings bereits vor genau einem Jahr genannt. Schon damals sah sich Netflix auf Kurs zu einer Milliarde Zuschauer. Wie weit der Marktführer davon jetzt noch entfernt ist, bleibt unklar. Immerhin soll sich die Preiserhöhung im Frühjahr kaum negativ ausgewirkt haben. Laut Netflix hätten die Kunden darauf wie erwartet reagiert, der Streamer nennt dazu aber keine Einzelheiten.
Im dritten Quartal 2026 hat Netflix den Umsatz im Jahresabstand um fast 12 Prozent auf 12,9 Milliarden US-Dollar gesteigert. Der Betriebsgewinn kletterte gleichzeitig um 37 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar, während der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um sogar 44 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar in die Höhe geschnellt ist. Die operative Marge konnte Netflix von 28,2 Prozent im Vorjahr auf zuletzt 34,6 Prozent erhöhen.
Für den Rest dieses Jahres erwartet Netflix im vierten Quartal 13,4 Milliarden Dollar Umsatz, das wären 11,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Betriebs- und Nettogewinn sollen gegenüber dem Vorjahr zwar ebenfalls etwas ansteigen, fallen mit prognostizierten 3,5 respektive 2,8 Milliarden Dollar aber deutlich unter die Zahlen des dritten Quartals.
Das führt der Streaming-Dienst zum Teil auf die letzte Woche verkündete Streichung von rund 1000 Stellen zurück, der größten Entlassungsrunde bei Netflix seit 2022. Durch diese Einsparungen sieht sich der Konzern in der Lage, „gezielt und energisch in wirkungsstarke Bereiche zu investieren, um unseren Service zu verbessern sowie Wachstum und Innovation voranzutreiben“.
Zudem senkt der Streaming-Marktführer die eigene Prognose des für das Gesamtjahr erwarteten Werbeumsatzes von 3 auf 2,7 Milliarden Dollar. Netflix führt dies auf die verzögerte Einführung einiger Werbefunktionen zurück. Das hat die Anleger insgesamt offenbar enttäuscht. Der Aktienkurs ist im nachbörslichen Handel um fast 6 Prozent gefallen, nachdem das Papier seit Jahresbeginn bereits rund 27 Prozent an Wert verloren hat.
Keine News verpassen! Jeden Morgen der frische Nachrichtenüberblick von heise online
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren
Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer
Datenschutzerklärung.
Immer informiert bleiben: Klicken Sie auf das Plus-Symbol an einem Thema, um diesem zu folgen. Wir zeigen Ihnen alle neuen Inhalte zu Ihren Themen.
Mehr erfahren.