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Resident Evil: Requiem soll mehr Umsatz durch PlayStation-Discs erzielt haben als alle Xbox-Versionen zusammen
Eine neue Marktanalyse zeigt: Physische Datenträger bringen auf der PlayStation weiterhin gewaltige Summen ein – anders als bei Sportspielen.
Ein neuer Bericht enthüllt spannende Statistiken zum Physischen Markt: Auf PlayStation-Konsolen verkauften sich Disc-Versionen von Resident Evil: Requiem womöglich öfter als sämtliche Spielversionen für Xbox zusammen.
Die Daten stammen vom Analysten Rhys Elliot von Alinea Analytics. In seinem Newsletter schlüsselt er die erfolgreichsten PlayStation-Spiele nach ihren physischen Verkäufen auf. Laut Elliots Schätzungen wanderten 1,3 Millionen Disc-Exemplare von Resident Evil: Requiem über die Ladentische. Das entspricht 15 Prozent des Gesamtumsatzes des Titels sowie 30,2 Prozent der Einnahmen auf PlayStation. Dem Bericht zufolge generierten physische Versionen auf der Sony-Konsole 1,8-mal mehr Umsatz als alle Verkäufe – ob digital oder physisch – auf Xbox zusammen.
Bei Titeln wie 007 First Light, Assassin's Creed Black Flag Resynced und Crimson Desert liegt der physische Marktanteil jeweils unter 30 Prozent. Damit bleibt der Disc-Verkauf zwar in der Minderheit. Dennoch belegen die Zahlen, sofern sie stimmen, dass Discs bei Einzelspieler-Spielen weiterhin für einen beachtlichen Teil des Gesamtertrags sorgen. Wolverine ist ein weiteres Beispiel aus Elliots Analyse: Von den insgesamt 2,6 Millionen verkauften Einheiten entfallen 800.000 auf physische Datenträger. Das macht fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.
Alinea Analytics ist ein Analyseunternehmen für die Gaming-Branche. Der Analyst Rhys Elliot beobachtet regelmäßig physische sowie digitale Marktanteile und liefert geschätzte Absatzzahlen zu globalen Spieleverkäufen.
Noch ausgeprägter ist die Liebe zur Disc in Japan. Vor allem First-Party-Titel für PlayStation und Spiele mit starkem Japan-Fokus – etwa Veröffentlichungen von Capcom – erzielen dort deutlich höhere physische Verkauf quanten als in anderen Märkten.
Elliot sieht den Grund dafür in der Tradition: Physische Medien seien dort tiefer in der Kultur verankert. Bei Pragmata stammten beispielsweise 44 Prozent aller verkauften Einheiten aus dem Handel, bei Onimusha: Way of the Sword waren es 44,1 Prozent. Da Japan allein für 12 Prozent aller Onimusha-Verkäufe und 11 Prozent der Pragmata-Absätze verantwortlich ist, prägt das Kaufverhalten in Übersee die globalen Statistiken spürbar.
Genau in diesem Umfeld hat Sony die neue, rein digitale PS5 Black exklusiv für den japanischen Markt an den Start gebracht. Sie schlägt mit umgerechnet etwa 350 US-Dollar zu Buche, während das separate Disc-Laufwerk 75 US-Dollar kostet. Elliot interpretiert diesen Schritt als gezielten Versuch, die japanischen Fans sanft in Richtung digitaler Käufe zu drängen.
Während der Disc-Markt für Singleplayer-Abenteuer noch stabil wirkt, sieht es bei Sportspielen ganz anders aus. Derzeit führt FC 27 die PlayStation-Verkaufscharts an – physische Verkäufe machen dabei allerdings nur magere 8,9 Prozent aus. Dennoch betont Elliot, dass die anhaltende Beliebtheit von Discs auf PlayStation ein Hauptgrund für den Gegenwind sein dürfte, den Sony wegen seines Kurswechsels hin zu rein digitalen Inhalten erfährt.
Erst kürzlich erklärte PlayStation-Gründer Ken Kutaragi, dass Discs zu einer Art "Sinnbild für den tatsächlichen Besitz von Spielen" wurden und die Empörung über deren Ende wohl eine bloße "Einstellungssache" sei. Sony hat zudem bekräftigt, die Pläne zur Abkehr von optischen Datenträgern trotz der anhaltenden Kritik unbeeindruckt durchzuziehen.