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TH Deggendorf eröffnet „ROBERT“: Europas erstes Lehrrechenzentrum auf 238 m²
Die TH Deggendorf hat mit ROBERT nach eigenen Angaben Europas erstes ganzheitliches Lehrrechenzentrum eröffnet. Studenten sollen dort an produktionsnaher Technik praktische Erfahrung auf allen Ebenen des Betriebs sammeln – von Stromversorgung und Kühlung über Server und Netzwerke bis hin zu Cloud Computing und Automatisierung.
Bei dem „Rechenzentrum Ostbayern für Bildung und Entwicklung Resilienter Technologien“, kurz ROBERT, handelt es sich nach Angaben der Hochschule um das erste Rechenzentrum Europas, das speziell für eine ganzheitliche praktische Ausbildung über sämtliche Ebenen des Rechenzentrumbetriebs hinweg konzipiert wurde. An die Stelle einer bislang auf einzelne Themen und deren theoretische Vermittlung beschränkten Ausbildung tritt damit die Arbeit an einem realen System, dessen Betrieb die Studenten unmittelbar kennenlernen und selbst übernehmen sollen. Das Spektrum reicht von Gebäudetechnik, Energieversorgung und Kühlung über Server-Hardware, Netzwerke und Speichersysteme bis hin zu Virtualisierung, Cloud Computing und Automatisierung. THD-Präsident Prof. Waldemar Berg sieht in dem Konzept eine Antwort auf die bisherige Lücke zwischen Hochschulausbildung und Praxis: Zwar seien Netzwerke, Speicher und Energieversorgung bereits Teil der Lehre, praktische Erfahrung mit einem laufenden Rechenzentrum hätten bislang jedoch nur wenige Absolventen gesammelt.
Bei der Eröffnung stellte VIRZ-Vorstand Hartwig Bazzanella vor allem die Ausbildung von Fachkräften heraus, deren Kenntnisse nicht auf einzelne Teilbereiche beschränkt bleiben, sondern das Rechenzentrum als Ganzes umfassen sollen. Zugleich soll ROBERT nach Vorstellung von Prof. Dr. Andreas Berl, Dekan der Fakultät Angewandte Informatik, Lehre, Forschung und praktische Anwendung miteinander verbinden und dadurch Studenten, Wissenschaft und Industriepartnern zugutekommen. Entsprechend steht die Einrichtung neben Studenten und Forschern auch den beteiligten Partnern zur Verfügung.
Für ROBERT stehen insgesamt rund 238 m² Nettofläche zur Verfügung, die sich auf drei IT-Räume mit 113,30, 67,84 und 57,21 m² verteilen. Insgesamt sind knapp 200 kW Anschlussleistung vorgesehen, was rund 66 kW je Raum entspricht. Wie viel Leistung tatsächlich benötigt wird, richtet sich nach der jeweils verbauten Hardware. Unterschiedliche Technologiezonen sollen innerhalb des Rechenzentrums bewährte Lösungen, den aktuellen Stand der Technik und Zukunftstechnologien abbilden.
Organisatorisch ist ROBERT der Fakultät für angewandte Informatik zugeordnet. Nach Angaben der Leiterin Prof. Dr. Helena Liebelt steht das Lehrrechenzentrum jedoch Studenten verschiedener Fachrichtungen offen. Neben Informatikern sollen beispielsweise auch Studenten der Elektrotechnik und des Bauingenieurwesens damit arbeiten können. Direkt an die Serverräume grenzen ein Vorlesungsraum und eine Werkstatt, wodurch sich theoretisch vermittelte Inhalte unmittelbar an realer Technik erproben lassen.
Dabei soll ROBERT ausdrücklich keine statische Lehrumgebung bleiben, sondern nach dem Prinzip eines Living Labs kontinuierlich weiterentwickelt werden. Dieser Forschungs- und Innovationsansatz sieht vor, neue Technologien, Produkte und Konzepte unter realen Alltagsbedingungen gemeinsam mit den tatsächlichen Nutzern zu erproben und weiterzuentwickeln. Auch ROBERT soll sich auf diese Weise fortlaufend verändern, unterstützt durch die Industrie und die Forschung der Hochschule. Mit den Worten „Ein Rechenzentrum für die Lehre darf nie fertig sein“, beschreibt Liebelt das Konzept. Jede neue Studentengeneration soll folglich mit einem System arbeiten, das gegenüber dem Stand der vorherigen Generation weiterentwickelt wurde.
Ergänzend zur praktischen Arbeit sind Lehrveranstaltungen für Gruppen mit bis zu 20 Studenten geplant. Inhaltlich sollen unter anderem Gebäudemanagement, Energieeffizienz und grüne Technologien, Netzwerk- und Sicherheitsmanagement sowie Notfallwiederherstellung behandelt werden. Auch der Einsatz künstlicher Inte