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Falls ihr vergessen habt, wie genial Sifu ist: Hier ist die iPhone-Version für kriminell wenig Geld
Der Martial-Arts-Brawler von Sloclap überzeugt auch auf iOS und Android. Warum der Port für 7,99 Euro mit Controller zum mobilen Highlight wird
Sloclap kann sich über den Erfolg von Sifu wahrlich nicht beklagen. Über vier Millionen Mal hat sich dieser filmreife Kung-Fu-Brawler über alle Plattformen hinweg verkauft – und jetzt kommen noch welche dazu. Im App Store ist kürzlich für nur 7,99 Euro eine bildhübsche Version für Smartphones erschienen. Dieser Port macht mir mit einem Bluetooth-Controller auf dem iPad Pro M4 und einem iPhone 17 Pro Max in sauberen 60fps ebenso viel Spaß wie beim ursprünglichen Release vor vier Jahren.
Der Begriff "Sifu" (oder Shifu) stammt aus dem Kantonesischen und bedeutet übersetzt "Meister" oder "Lehrer". In der chinesischen Kampfkunst ist es ein respektvoller Titel für einen Ausbilder, der seine Schüler nicht nur im Kampf, sondern oft auch philosophisch unterweist.
Warum? Nun, weil das hier noch immer schlichtweg der beste spielbare Martial-Arts-Film ist, der mir je unter die Daumen gekommen ist. Das ist der Film, der in unseren Köpfen lief, als wir das erste Mal in Double Dragon durch die Straßen wüteten, nur eben mit einem entschieden chinesischen Einschlag.
In langen, detaillierten Levels prügelt ihr euch in Third-Person-Sicht mit einem wunderbar reaktiven Kampfsystem von Raum zu Raum. Ihr schlagt und tretet fließend in alle Richtungen, beschäftigt dabei meist mehrere Gegner zugleich und schaltet permanent neue Moves und Upgrades frei. Ihr duckt euch unter hohen Attacken weg oder hopst über niedrige, pariert in einem nicht zu großzügigen Zeitfenster blitzschnell und hübsch kontextabhängig alles, was da in eure Richtung fliegt. Auch die Umgebung wird immer wieder effektiv und kreativ in den Fight eingebaut. Allgemein, das kann ich euch versprechen, werdet ihr sehr beeindruckt sein, wie satt und schonungslos sich jeder Kontakt in diesem interaktiven Kung-Fu-Streifen anfühlt.
Zockt es auf normalem und hohem Schwierigkeitsgrad als wahrhaftig ungnädigen Skillcheck eurer virtuellen Martial-Arts-Talente oder schaltet auf einfach, wenn ihr nur wollt, dass sich Sifu wie eine fantastisch choreografierte Power-Fantasy im berserkernden Rachemodus anfühlt. Von welcher Seite ihr es auch angehen wollt: Sifu ist daran gelegen, euch gut aussehen zu lassen, ohne euch den Erfolg herzuschenken. Ein rabiater Hingucker von einem Spiel mit einem Kampfsystem, das viel Raum für freie Entfaltung und Taktik lässt.
Zentrales Feature, über das vielleicht ein wenig zu viel Gewese gemacht wurde, ist die interessante Art, wie Sloclap das Thema Lebensenergie angeht. Werdet ihr niedergestreckt, ist das Spiel nicht vorbei, aber ihr altert auf magische Weise. Zu Beginn ist es mit jedem Bildschirmtod nur ein Jahr, später macht ihr längere Sprünge und mit 75 bekommt ihr eure letzte Chance, das Ende zu sehen. Ich habe das vor allem als cooles optisches Gimmick erlebt, wenn man sich sukzessive der Physiognomie des Drunken Master annähert, aber es ist definitiv nicht rein kosmetisch. Mit jeder neuen Lebensphase schwindet nämlich auch ein Stück eurer gesamten Gesundheit, während eure Treffer dem Feind zugleich mehr Schaden zufügen. Ihr werdet also immer mehr zu einer Glaskanone.
Nett fand ich auch, wie das Sifu allgemein euren Fortschritt handhabt: Steckt ihr alle Entwicklungspunkte darin, möglichst viele Fähigkeiten für den aktuellen Run durch die fünf langen Stages anzuhäufen? Oder investiert ihr ein wenig mehr, um eine überschaubare Menge an Moves permanent auch für alle zukünftigen Anläufe freizuschalten?
Stilistisch ist Sifu über jeden Zweifel erhaben. Es liegt endlos Kraft und Eleganz in den Bewegungen der Spielfigur. Der entsättigte, stilisierte Low-Poly-Look matcht die stumpfe Gewalt der kunstvoll als Waffe geschwungenen Gliedmaßen und obwohl Sifu keineswegs blutig ist, jault man schon beim Zuschauen regelmäßig auf, so weh tut allein das Hinsehen. Zu kritteln habe ich wenig. Nachdem das Spiel das erste Mal vollständig