// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Hausdurchsuchungen und Zwangsräumungen in Hebron
Nach dem tödlichen Angriff auf israelische Soldaten geht die Armee weiter gegen Palästinenser in Hebron vor. Hunderte Menschen mussten überstürzt ihre Häuser verlassen.
"Packen Sie Ihre Sachen, bereiten Sie sich darauf vor, Ihre Wohnungen zu verlassen." Die Durchsage des israelischen Militärs schallt durch die Straßen von Hebron. Anwohner filmen Dutzende Armeefahrzeuge, die durch Teile der besetzten Stadt im Westjordanland fahren. Alle Zufahrtsstraßen sind gesperrt. Es herrscht Ausnahmezustand.
Nach dem tödlichen Schusswaffenangriff vom Freitag haben die israelischen Streitkräfte eine mehrtägige Militäroperation begonnen, gehen Augenzeugen zufolge von Haus zu Haus.
Netanjahu kündigte indes eine "sehr große Überraschung" für die Palästinensische Autonomiebehörde an.
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Auch er sei aufgefordert worden sein Haus zu verlassen, schildert Hijar Sishawar Tamimi der ARD die Situation in seiner Nachbarschaft. "50 Soldaten kamen zu unserem Haus. Sie sagten, wir müssen es verlassen", erzählt er. "Ich musste sofort mit meinen Kindern und fünf anderen Familien gehen, die jetzt keine Bleibe haben."
Die Gegend ist bis auf Weiteres komplett abgeriegelt. Die Armee erklärte, die Operation konzentriere sich auf das Gebiet, aus dem die beiden mutmaßlichen Angreifer gekommen seien. Bei dem Angriff am Freitag waren zwei israelische Soldaten getötet und drei weitere verletzt worden. Die beiden mutmaßlich palästinensischen Angreifer wurden erschossen.
Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Soldaten hat Israels Armee einen "Anti-Terror-Einsatz" im Westjordanland begonnen.
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Bewohner könnten das Einsatzgebiet über drei Ausgänge verlassen, nach Kontrollen und Befragungen. Anwohner Madschdi Nasa will nicht gehen. Auch der ältere Mann berichtet einer Nachrichtenagentur, 50 Soldaten hätten ihn zur Zwangsräumung aufgefordert. Alle Nachbarn seien weg. Er hat Tränen in den Augen.
"Ich verlasse mein Haus nicht. Wir bitten die Vereinten Nationen um Hilfe", sagt er. "Die palästinensische Autonomiebehörde kann nichts tun. Bitte halten Sie zu uns. Wir haben mit dem Angriff auf den Checkpoint nichts zu tun. Hier sind Kinder. Wir sind von außen abgeschnitten. Das ist reine Willkür."
Palästinensische Medien berichten, Familien hätten nur wenige Minuten Zeit, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken. Auf Videoaufnahmen lokaler Medien ist zu sehen, wie Familien mit Plastiktüten durch die Straßen laufen.