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Windows XP: 25 Jahre und die Geschichte hinter FCKGW-RHQQ2-YXRKT-8TG6W-2B7Q8
von Carsten Knobloch
25. Okt. 2026 |
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Heute vor genau 25 Jahren, am 25. Oktober 2001, brachte Microsoft Windows XP auf den Markt. Viele von euch werden sich sicherlich noch an die grüne Wiese namens Bliss, das bunte Luna-Design und eine ganz bestimmte Buchstaben- und Zahlenfolge erinnern: FCKGW-RHQQ2-YXRKT-8TG6W-2B7Q8. Der Code hat sich damals bei einer ganzen Generation von PC-Nutzern ins Gedächtnis gebrannt, weil er gefühlt auf jedem zweiten Rohling mit dem Filzstift stand.
Ich erzählte es schon früher hier im Blog: Ich arbeitete damals als Technischer Leiter in einem Computerladen und Kunden wünschten oftmals Neuinstallationen - immer schön die gebrannte CD dabei - mit der bekannten Seriennummer FCKGW-RHQQ2-YXRKT-8TG6W-2B7Q8. Das war die Version, die schon vor dem Start zu haben war. Abseits dessen: Es lief teilweise selbst mit legalen Versionen von Windows XP extrem mistig ab - oft funktionierte die Aktivierung nicht und das häufige Telefonieren mit der Hotline war echt mies.
Der frühere Microsoft-Entwickler Dave Plummer, der damals maßgeblich für die Integration der Windows-Produktaktivierung (WPA) im Betriebssystem zuständig war, hat die Hintergründe mittlerweile zum Besten gegeben. Bei der berühmten Zeichenfolge handelte es sich ja um einen ganz gewöhnlichen, echten Volumenlizenzschlüssel (VLK) für Großkunden. Das wussten zu Anfang tatsächlich nicht so viele.
Mit Windows XP führte Microsoft erstmals die Produktaktivierung ein, bei der ein Hardware-Hash erstellt und die Installation online oder per Telefon freigeschaltet werden musste. Große Unternehmenskunden mit Tausenden Rechnern hatten darauf verständlicherweise wenig Lust. Für sie gab es spezielle Firmen-Datenträger (Volume Media) und passende Schlüssel, die den Aktivierungsprozess schlichtweg übersprangen.
Damit niemand einen solchen Firmen-Key auf einer normalen Verkaufsversion nutzen konnte, baute Plummer eine Prüfung ein: Das Setup suchte auf dem Datenträger nach einem rund 10 MB großen, mehrfach verschlüsselten Datenblock. Als Ausgangsmaterial für diese Zufallsdaten nahm er damals kurzerhand komprimierte Daten von Microsoft Bob, weil er den damaligen Zufallsgeneratoren nicht blind vertraute.
Auf einer normalen CD nützte der FCKGW-Schlüssel also gar nichts. Sobald man aber das passende Firmen-Image im Laufwerk hatte, erkannte die Installationsroutine die Kombination, hakte die mathematische Prüfung ab und verzichtete komplett auf den Anruf nach Hause sowie die Hardware-Bindung. Sogar Windows Update funktionierte anfangs anstandslos.
Das eigentliche Desaster für Microsoft passierte im Spätsommer 2001. Rund fünf Wochen vor dem offiziellen Verkaufsstart veröffentlichte die Release-Gruppe Devils0wn ein fertiges ISO-Abbild der Windows XP Pro Corporate Edition mitsamt dem FCKGW-Schlüssel im Netz. Die wahrscheinlichste Quelle war ein Hardware-Partner wie Dell oder Intel, der vorab mit finalen Medien beliefert worden war, um rechtzeitig neue Rechner für den Erstverkaufstag vorzubereiten.
Von da an verbreitete sich die Kopie wie ein Lauffeuer. Microsoft reagierte später und sperrte die betroffenen Schlüssel-IDs ab dem Service Pack 1, bevor die Zügel mit dem Service Pack 2 und Windows Genuine Advantage noch deutlich straffer gezogen wurden.
Wer von euch damals dabei war, kann die legendäre Kombination wahrscheinlich heute noch fast fehlerfrei aus dem Kopf tippen. Welche Erinnerungen verbindet ihr noch mit Windows XP und der damaligen Ära? Windows XP markierte damals einen Umbruch - war es doch der technische Nachfolger von Windows 2000 und löste Windows ME ab - statt Millennium Edition musste das ME oft für "more errors" als spöttische Bezeichnung hinhalten.