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30 Jahre Tomb Raider: Wie Lara Croft 1996 das 3D-Genre revolutionierte
Vom Scion-Artefakt über den legendären T-Rex bis zur Panzer-Steuerung: Der Sieben-Millionen-Hit begründete ein weltweites Phänomen mit strahlender Zukunft.
1996 veränderte ein kleines britisches Studio die Gaming-Welt für immer. Mit Tomb Raider schickte Entwickler Core Design die furchtlose Archäologin Lara Croft erstmals in echte, frei begehbare 3D-Ruinen. Toby Gard und sein Team sorgten somit nicht nur am Gamepad für Begeisterung – sie erschufen eine Figur, die das Medium Videospiel weit über seine bisherigen Grenzen hinaustrug und zur Pop-Ikone wurde. Heute feiert der Klassiker seinen 30. Geburtstag.
Das Abenteuer erschien damals zuerst auf dem Sega Saturn, bevor kurz darauf Versionen für die PlayStation und MS-DOS folgten. Mit seiner Technik und dem Gameplay traf der Titel sofort einen Nerv: Statt flacher zweidimensionaler Hüpfereien erlebten Spieler plötzlich echte räumliche Tiefe.
Als Lead Artist bei Core Design erfand Toby Gard Lara Croft als kluge Heldin und Gegenentwurf zu typischen Action-Klischees. Weil er die aggressive Vermarktung der Abenteurerin als Sexsymbol durch Publisher Eidos ablehnte, verließ er das Studio kurz nach dem Debüt-Erfolg.
Beim Gamedesign setzte Core Design auf Entdeckergeist, Einsamkeit und knifflige Kletterpassagen. Lara machte sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Artefakt Scion, wobei ihre Reise durch düstere Höhlen in Peru, antike Klöster in Griechenland, staubige Gräber in Ägypten und die versunkene Pyramide von Atlantis führte.
Aufgrund der Gestaltung der Spielwelt, die auf einem starren Rastersystem aus 3D-Blöcken basierte, verlangte jeder Sprung absolute Präzision. Rückblickend ist der Klassiker nicht zuletzt wegen seiner "Panzer-Steuerung" berüchtigt – und je nach Situation musstet ihr Schritte genau abzählen, um nicht in den nächsten Abgrund zu stürzen. Und dann war da natürlich noch der legendäre T-Rex, der sich in einem der Level als furchterregender Gegner erwies.
Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Der erste Teil verkaufte sich mehr als sieben Millionen Mal. Gleichzeitig landete Lara Croft unter anderem auf dem Cover des britischen Trendmagazins "The Face", warb für Energy-Drinks und tanzte durch Musikvideos – besonders das Marketing von Publisher Eidos versuchte die Abenteurerin dabei als polygonales Sexsymbol in den Vordergrund zu rücken.
Wer heute auf Tomb Raider zurückblickt, sieht ein pixeliges Spiel mit sperriger Steuerung – hier empfiehlt sich ein Ausflug mit dem Remaster samt modernisiertem Handling. Damals sah das natürlich ganz anders und absolut beeindruckend aus. Laras Debüt ebnete zugleich den Weg für viele moderne 3D-Action-Adventures, wie etwa Naughty Dogs erfolgreiche Uncharted-Reihe.
An den Nagel gehängt hat Lara ihre Karriere noch längst nicht. Mit Tomb Raider: Legacy of Atlantis erscheint am 12. Februar 2027 ein Remake des Originals. 2028 folgt mit Tomb Raider: Catalyst ein brandneuer Hauptteil.