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Ugreen NASync DXP6800 Ultra im Test
von Carsten Knobloch
25. Okt. 2026 |
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Wer hier regelmäßig mitliest, der weiß: Ich habe ein Faible für Netzwerkspeicher, lokales Sichern und Self-Hosting. Nach dem kleineren DXP2800 GT und dem All-Flash-Modell DXP480T Plus steht mit dem DXP6800 Ultra nun das Sechs-Bay-Modell von Ugreen bei mir testweise im Regal.
Die Eckdaten lesen sich auf dem Papier ordentlich: Intel Core 5, Thunderbolt 4, zwei 10-GbE-Ports und Platz für sechs Festplatten. Das sind Spezifikationen, für die man bei Synology oder QNAP meist deutlich tiefer in die Tasche greifen muss. Ich habe das NAS in den vergangenen Wochen im Alltag genutzt. Was die Kiste taugt und an welchen Stellen es noch hakt, fasse ich euch hier zusammen.
Beim Auspacken merkt man direkt das Gewicht. Das DXP6800 Ultra ist ein solider Kasten. Das dunkelgraue Gehäuse aus Aluminium ist ordentlich verarbeitet, da klappert oder wackelt nichts. Optisch passt das Gerät gut auf den Schreibtisch oder ins Regal. NAS halt.
Vorn sitzen die sechs Laufwerksschächte. 3,5-Zoll-Festplatten lassen sich ohne Werkzeug in die Schlitten einsetzen, bei 2,5-Zoll-SSDs muss man kurz schrauben. Praktisch für Büros oder Haushalte mit Kindern: Die Einschübe lassen sich mit einem kleinen Schlüssel verriegeln. Vorne gibt es zudem einen SD-Kartenleser und gut erreichbare USB-Anschlüsse.
Auf der Unterseite sitzt eine Klappe für zwei M.2-NVMe-SSDs. Die nutzt man vielleicht gern als schnellen Speicherpool für Docker-Container oder als Cache. Direkt daneben liegen die RAM-Steckplätze. Ab Werk stecken leider nur 8 GB DDR5-RAM drin, aufrüstbar auf bis zu 64 GB. Auf der Rückseite sitzen zwei große Lüfter. Im normalen Betrieb bleiben sie erfreulich leise. Unter Last drehen sie natürlich hörbar auf, bleiben aber im Rahmen. Was eher nervt bei sechs verbauten Platten, ist das Gerödel im aktiven Modus. In meinem kleinen Arbeitszimmer ist das auf Dauer nichts, aber ich bin über die Jahre empfindlicher geworden.
Herzstück ist ein Intel Core 5 Prozessor 120U. Für reine Dateifreigaben ist das fast schon überdimensioniert, wer aber Virtualisierung oder viele parallele Container plant, freut sich über die Reserven. Interessant sind die rückseitigen Schnittstellen: Neben zwei 10-GbE-Ports für schnellen Netzwerkbetrieb spendiert Ugreen dem Gerät gleich zwei Thunderbolt-4-Buchsen.
Damit lässt sich das NAS direkt per Thunderbolt-Kabel an den Mac oder PC hängen. Die Verbindung läuft über IP-over-Thunderbolt. Im Test habe ich Übertragungsraten von bis 2.000 MB/s erreicht. Wer größere Videodateien direkt auf dem Speicher bearbeiten will, spart sich damit den Umweg über langsame Netzwerkverbindungen. Dazu kommt noch ein freier PCIe-4.0-x4-Steckplatz für Erweiterungskarten.
Bei der Hardware gibt es wenig zu meckern, die Software ist allerdings ein anderes Thema. Ugreen setzt auf das Debian-basierte UGOS Pro.
Wer DSM von Synology gewohnt ist, merkt schnell den Unterschied. Die Oberfläche sieht zwar modern aus, wirkt an vielen Stellen aber noch nicht fertig. Es gibt weiterhin kleinere, unsaubere Übersetzungen, die Rechteverwaltung ist teilweise umständlich und manche Bereiche reagieren träge. Ugreen schiebt zwar regelmäßig Updates nach, aber das System braucht schlicht in manchen Belangen noch Reifezeit. Immerhin: App-technisch hat man in der Zeit, in der man am Markt ist, ordentlich nachgelegt.