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AV2: YouTube will ab Anfang 2027 erste Videos mit dem neuen Codec streamen
YouTube will AV2-Streams ab Anfang 2027 im Web anbieten. Der AV1-Nachfolger soll rund 30 Prozent effizienter sein, ist aber aufwendiger zu dekodieren.
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YouTube will ab Anfang 2027 die ersten Videos im neuen Videocodec AV2 ausliefern. Die Streams sollen zunächst im Web verfügbar sein, kündigte YouTube-Manager Des Keane an.
Keanes Aussage steht in einer Mitteilung der Alliance for Open Media (AOMedia), die das Konsortium am 22. Oktober veröffentlicht hat. Er nennt Anfang 2027 dort als frühesten Zeitpunkt für erste AV2-Streams. Laut Keane waren am 19. März 2026 gemessen an der Wiedergabezeit über 90 Prozent des YouTube-Katalogs in AV1 verfügbar. AV2 soll neben besserer Bildqualität auch neue Funktionen für die Wiedergabe mehrerer Videostreams gleichzeitig mitbringen.
Google hat die Wiedergabe von AV2 im eigenen Browser Chrome bereits vorgeführt. Chrome-Entwicklungschef Jim Bankoski bezeichnet das in der Mitteilung als einen frühen Schritt. Neben YouTube beschäftigen sich laut Bankoski auch Netflix und Prime Video mit dem Format.
Netflix will AV2 als nächsten Streaming-Codec einführen, sagte Netflix-Managerin Anne Aaron in einer früheren Mitteilung der AOMedia. AV1 macht demnach inzwischen über ein Drittel des weltweiten Video-on-Demand-Streamings von Netflix aus. Meta will AV2 ebenfalls in seine Produkte bringen, nachdem AV1 bei Facebook und Instagram zum meistgenutzten Auslieferungsformat für Videos geworden ist.
AOMedia beziffert den Effizienzgewinn von AV2 gegenüber AV1 auf rund 30 Prozent, gemessen mit objektiven Qualitätsmetriken. Streaminganbieter könnten damit bei gleicher Bildqualität Bandbreite sparen oder bei gleicher Bitrate bessere Bilder liefern. Die Zahl stammt allerdings weitgehend aus dem Entwicklerkreis von AV2, unabhängige Vergleichsstudien stehen noch aus. AOMedia hatte die Spezifikation im Juni freigegeben.
VideoLAN-Präsident Jean-Baptiste Kempf nennt in einem Blog-Eintrag zum AV2-Decoder dav2d eine etwas niedrigere Zahl: Gängig seien Verbesserungen um 25 Prozent gegenüber AV1, einzelne Messungen ergäben mehr. Der Preis dafür ist hoch: Das Dekodieren von AV2 sei etwa fünfmal so aufwendig wie bei AV1, schreibt Kempf. Software auf aktueller Hardware werde ohne gezielte Optimierung für die jeweilige Prozessorarchitektur Probleme haben, AV2 in Echtzeit abzuspielen.
VideoLAN entwickelt deshalb schon jetzt mit dav2d einen schnellen Software-Decoder, den Nachfolger des weit verbreiteten AV1-Decoders dav1d. Wie schnell Hardware-Decoder für AV2 in Grafikkarten, Smartphones und Fernsehern folgen, geht aus den Mitteilungen der AOMedia nicht hervor.
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