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Finanzbericht - 80,7 Milliarden US-Dollar Minus bei Anthropic: KI-Kosten allein erklären den Rekordverlust nicht
Anthropic meldet laut S-1-Entwurf 80,7 Milliarden Dollar Verlust – was bei Weitem nicht an Computing-Kosten liegt. (Quelle: Dilok via Adobe Stock / Anthropic)
Wer in den USA an die Börse will, reicht ein Registrierungsdokument namens S-1 ein – darin legt ein Unternehmen seine Finanzen und Risiken offen. Die Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 aus Anthropics Entwurf sind seit dem 20. Oktober bekannt, die das Wall Street Journal und Reuters eingesehen haben.
Rechenzentren und Chips liegen als Erklärung nahe, sollte man meinen. Doch die knapp 9 Milliarden US-Dollar für Computing und Infrastruktur machen nur gut ein Zehntel des Verlusts aus: Der größte Teil entfällt stattdessen auf einen bilanziellen Bewertungseffekt (via Wall Street Journal).
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Anthropic hat sich unter anderem über Wandelanleihen und ähnliche Instrumente finanziert. Bei Wandelanleihen handelt es sich um Schuldverschreibungen, die Geldgeber später in Aktien tauschen dürfen.
Solche Papiere stehen mit ihrem »Fair Value« (dem geschätzten aktuellen Wert) in der Bilanz. Legt dieser Wert zu, verbucht das Unternehmen die Differenz als Verlust.
Der Umsatz stieg dem Entwurf zufolge von 1,1 auf 16,3 Milliarden US-Dollar; die Ausgaben für Rechenleistung von 2,3 auf knapp 9 Milliarden US-Dollar.
Das Gesamtjahr 2025 ist damit schon übertroffen – damals standen 7,3 Milliarden US-Dollar an Computing-Ausgaben einem Umsatz von 4,6 Milliarden US-Dollar gegenüber. Den operativen Verlust des Vorjahres beziffert Reuters übrigens auf rund 8,1 Milliarden US-Dollar.
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Die knapp 9 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung im Halbjahr dürften dabei indes bloß der Anfang sein: Anthropic hat sich dem WSJ zufolge zu rund 450 Milliarden US-Dollar an überwiegend nicht kündbaren Cloud-Verträgen über sieben bis zehn Jahre verpflichtet – darunter 31 Milliarden US-Dollar bei Microsoft, 110 Milliarden US-Dollar bei Amazon Web Services und 111 Milliarden US-Dollar bei Google.